Pinneberg
Haseldorf

Brücke Grüner Damm: Ist jetzt eine Lösung in Sicht?

Die Brücke wurde abgerissen, wie der Neubau finanziert werden soll, ist noch unklar.

Die Brücke wurde abgerissen, wie der Neubau finanziert werden soll, ist noch unklar.

Foto: Privat

Das Land soll gut die Hälfte der Baukosten für die neue Brücke in Haseldorf übernehmen. Das ist das Ergebnis eines runden Tisches.

Haseldorf.  Ein Weg zum Neubau der Brücke Grüner Damm könnte gefunden worden sein. Gut die Hälfte der auf 400.000 Euro geschätzten Kosten sollen durch einen Zuschuss des Landes finanziert werden, so das Ergebnis eines runden Tisches, zu dem Bürgermeister Klaus-Dieter Sellmann (BfH) Vertreter von Behörden, Organisationen und Nachbargemeinden eingeladen hat.

Der Haseldorfer Gemeinderat hatte seinen Beitrag auf 100.000 Euro gedeckelt. Die restlichen knapp 100.000 Euro müssten damit von den Nachbarkommunen aufgebracht werden. Dies verkündet der Bürgermeister per Pressemitteilung: „Durch den runden Tisch hat sich für mich der Knoten für den Neubau der Brücke gelöst.“

Kritik am Bürgermeister

Der Zuschuss von 53 Prozent der Bruttoinvestitionen soll aus dem Programm „Modernisierung ländlicher Wege“ kommen, das das dem Landwirtschaftsministerium unterstehende Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) aufgelegt hat, sagt Ingo Appel von der AktivRegion Pinneberger Marsch & Geest, der dem runden Tisch die rettende Idee vorstellte. Zu den Stichtagen 1. November und 1. April können Förderanträge gestellt werden. Haseldorf steht jedoch in Konkurrenz zu anderen Antragstellern. Gehen mehr Anträge ein, als Geld vorhanden ist, wird mit einem Punktsystem eine Rangfolge der zu fördernden Vorhaben bestimmt.

Die SPD, die mit der BfH zu Beginn der Wahlperiode eine Zusammenarbeit vereinbart hat, sowie die oppositionelle CDU wissen bis heute offiziell nichts von diesem Ergebnis. Sellmann hatte Vertreter beider Parteien nicht zu dem runden Tisch eingeladen. Was dabei herausgekommen war, erfuhren sie aus der Pressemitteilung, die sie sich auch noch selbst organisieren mussten. „Es gibt keine Kommunikation seitens des Bürgermeisters“, kritisiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Schölermann.

Plötzlich gibt es Fördergeld

Sellmann kann die Kritik nicht verstehen. „Das ist doch ein ganz normaler Vorgang.“ Er habe nach dem Beschluss des Gemeinderates eingeladen und werde während der nächsten Bauausschusssitzung über die Ergebnisse des runden Tisches berichten. „Details hätte ich vorher schon gern gewusst, um mich auf die Diskussion vorzubereiten“, sagt Schölermann. Es gibt für die Ausschusssitzung keine Vorlage.

SPD-Fraktionschef Boris Steuer lässt durchblicken, dass auch er nicht glücklich über das Vorgehen des Bürgermeisters ist, will seinen Kooperationspartner aber nicht kritisieren. Er fragt: „Wieso gibt es plötzlich Fördergeld? Wir haben jahrelang diskutiert, und es wurde immer gesagt, dass wir kein Geld bekommen.“ Steuer mag sich aufgrund der dürren Informationslage noch nicht zu dem Ergebnis des Runden Tischs äußern. Schölermann sagt: „Ich würde mich freuen, wenn es klappt, aber so richtig daran glauben kann ich nicht.“