Pinneberg

Waffennarr soll Landrat Stolz erneut beleidigt haben

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Arne Kolarczyk
Der  Waffennarr aus Pinneberg stand schon öfters vor dem Amtsgericht Pinneberg.

Der Waffennarr aus Pinneberg stand schon öfters vor dem Amtsgericht Pinneberg.

Foto: HA

Kreis will vierte Strafanzeige gegen Pinneberger Henning von S. stellen, der zuletzt eine Bewährungsstrafe bekam. Worum geht’s?

Pinneberg.  Sein Name prangt als Verantwortlicher auf einem Flugblatt, das mit der Überschrift „Krebs ist lange heilbar“ in Briefkästen in Pinneberg und Elmshorn landete. Doch der Verfasser Henning von S., der in diesem Fall auf höchst umstrittene Heilmethoden aufmerksam macht, soll in jüngster Zeit noch für ganz andere Pamphlete verantwortlich sein. Und die könnten ihm – zum wiederholten Male – Ärger mit dem Gesetzgeber einbringen.

Wenn Mittwochabend der Hauptausschuss des Kreises Pinneberg tagt, steht die Causa des Pinnebergers auf der Tagesordnung – wenn auch im nicht öffentlichen Teil. Es gilt als sicher, dass die Kommunalpolitiker die Abgabe einer Strafanzeige gegen von S. beschließen werden. Es wäre die mittlerweile vierte dieser Art. In allen Fällen geht es um massive Beleidigungen des Landrates Oliver Stolz, die der Pinneberger im Internet, mittels in Briefkästen eingeworfenen Zetteln und auf Schildern vor seinem Haus an der Pinneberger Mühlenstraße veröffentlicht hat.

Nach wie vor sind Schmähungen im Internet zu finden

Von S., der von anderen Medien als „Waffen-Wahnsinniger“ bezeichnet worden war, macht Stolz als Chef der Kreisverwaltung für die Beschlagnahme von 114 Gewehren, Faustfeuerwaffen und 71.000 Schuss Munition verantwortlich. Am 16. Februar 2017 durchsuchte ein Großaufgebot der Polizei das Wohnhaus des Pinnebergers, nachdem ihm die Kreisverwaltung zuvor alle waffenrechtlichen Erlaubnisse entzogen hatte, weil sie an der notwendigen Zuverlässigkeit des 63-Jährigen zweifelte. Der legte erfolglos Widerspruch ein. Am 15. August 2016 wurde die Entziehung rechtskräftig. Von S. weigerte sich jedoch beharrlich, das Waffenarsenal herauszugeben.

Nach der Beschlagnahme legte der Pinneberger los, titulierte den Landrat im Internet und in Schreiben an Justiz und Polizei als „Filz-Landrat“ oder „Doof-Landrat“, und das waren noch die sanfteren Beleidigungen. Stolz klagte erfolgreich auf Unterlassung und Löschung aus dem Internet. Nach wie vor sind jedoch Teile der Schmähungen dort zu finden.

Im November 2018 kam es dann vor dem Amtsgericht Pinneberg zu einem Strafprozess, an dessen Ende von S. wegen unerlaubten Waffenbesitzes, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung des Landrats Oliver Stolz zu einer Bewährungsstrafe von 19 Monaten verurteilt wurde. Der 63-Jährige hat Berufung eingelegt, sodass dieses Urteil nicht rechtskräftig ist. Einen Termin für die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Itzehoe gibt es noch nicht.

Am Ende könnte eine Haftstrafe stehen

Die neuerliche Strafanzeige stützt sich nach Abendblatt-Informationen auf Dinge, die von S. in mehreren neuen Schreiben geäußert hat. Diese wurden etwa in Prisdorf und Kummerfeld verteilt – auch im Umfeld des Wohnhauses des Landrates und Familienvaters, der darin erneut massiv verunglimpft worden sein soll. Am Ende eines weiteren Strafverfahrens wegen Beleidigung könnte wiederum eine Haftstrafe stehen – diesmal eventuell ohne Bewährung.

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