Pinneberg
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Direktoren wollen keine vorgezogene Ausschusssitzung

Uta Holst-Timm, Schulleiterin Johann-Comenius-Schule in Pinneberg.

Uta Holst-Timm, Schulleiterin Johann-Comenius-Schule in Pinneberg.

Foto: work_fl5 / HA

Brief der Schulleiter an die Fraktionen: Schullausschuss soll regulär Ende April tagen. CDU-Fraktion hatte auf früheren Termin gedrängt

Pinneberg.  Dass der Schulausschuss in Pinneberg am morgigen Mittwoch nicht tagen wird, hat im Vorfeld zu Unmut geführt (wir berichteten). Die CDU-Fraktion hatte mit Verweis auf die Überlastung einzelner Schulen wie des Johannes-Brahms-Gymnasiums darauf gedrängt, für den 4. April die nächste Sitzung anzuberaumen. Wegen der Dringlichkeit früher als der für den 24. April vorgesehene neue Termin – und in den Ferien. „Falls die Johannes-Brahms-Schule zu voll wird durch massenhafte Anmeldungen, sollte man das vor Ostern klären. Schließlich muss die jeweilige Schule dann Auswahlkriterien festlegen“, so das Argument von Gerhard Bode (CDU), Mitglied im Schulausschuss.

Dazu hat sich jetzt Uta Holst-Timm, Direktorin der Thesdorfer Johann-Comenius-Schule, im Namen aller Pinneberger Schulleiterinnen und Schulleiter in einer E-Mail an die Fraktionsvorsitzenden geäußert: „Ich kann das aus Sicht der Schulleiter nicht nachvollziehen“, schreibt sie. Wegen der Anmeldezahlen sei keine Dringlichkeit gegeben, „denn in dieser Anmelderunde sind wir durch das Ministerium in ein so enges Aufnahmekorsett geschnürt, dass die Politik bzw. Verwaltung da kurzfristig keinen Einfluss nehmen kann.“

Holst-Timm spricht sich gegen Sitzungstermin in den Ferien aus

Auf die drei aufeinanderfolgenden Anmelde- und Ablehnungsrunden hätte selbst die ausfallende Sitzung am 27. März keinen Einfluss mehr nehmen können, und „auch am 4. April kann man da nichts mehr machen“, so die Schuldirektorin. Eine Sitzung an diesem Tag sei also nicht nötig.

„Will man die Schülerströme anders lenken, dann muss man das früher vorbereiten“, sagt sie und nennt „längerfristige Gespräche zu Zügigkeiten und/oder Zuständigkeiten im Schuljahr 2020/21“. Ihre Schule zum Beispiel sei sehr beliebt und deshalb auf Vierzügigkeit beschränkt. Um die Schüler aber auf eine verträgliche Weise zu verteilen, müssten die Schulen Aufnahmekriterien entwickeln, die jedes Jahr angepasst würden.

Geschwisterkinder etwa würden auf jeden Fall aufgenommen werden. „Jede Schule muss sich solche Kriterien geben und danach handeln“, sagt Holst-Timm. Auch richten sich die Maßstäbe für die Aufnahme von Schülern nach dem jeweiligen Profil der Schule. Dazu zählen keinesfalls nur Noten, sondern – sehr wichtig – auch Teamfähigkeit, soziale Kompetenz oder Selbständigkeit. Sehr wichtig sei, dass alle Schulen eine gut gemischte Schülerschaft bekämen. Holst-Timm sprach sich gegen einen Sitzungstermin in den Ferien aus: „Das würde eine Teilnahme unsererseits nicht gewährleisten und in einer Diskussion, die die Schulen sehr betrifft, nicht zielführend sein.“