Pinneberg
Wedel

Streit ums Kraftwerk geht in nächste Runde

Das Kraftwerk in Wedel

Das Kraftwerk in Wedel

Foto: dpa Picture-Alliance / Daniel Bockwoldt / picture alliance / dpa

Gutachter der Anwohner-Initiative legt dem Umweltministerium seine Stellungnahme vor, Erklärung von Vattenfall steht aus.

Wedel.  Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Wedeler Bürgerinitiative (BI) aus Kraftwerksanwohnern ein eigenes Gutachten zu den Partikelausstößen und ihren Folgen vorgelegt hat. Nun legt die BI bereits nach. Sie hat, wie vom Kieler Umweltministerium gefordert, eine Stellungnahme durch den beauftragten Gutachter erstellen lassen. Sie liegt dem Abendblatt vor. In der elfseitigen Ergänzung führt der Sachverständige noch einmal genauer die bereits erhobenen Vorwürfe auf wie eine defekte Rauchgasanlage des Kraftwerks als Ursache für die Ausstöße sowie die Folge der sauren Partikel, die laut Gutachter durchaus eine ätzende Wirkung auf Autolack haben können.

Beides wird von der zuständigen Aufsichtsbehörde des Landes (LLUR) bislang als falsch zurückgewiesen mit Hinweis auf ein TÜV-Gutachten. Eine abschließende Beurteilung des BI-Gutachtens steht allerdings noch aus. Das Umweltministerium hatte vor einem Monat mitgeteilt, dass man beide Parteien – Kraftwerksbetreiber Vattenfall sowie BI – um weitere Stellungnahmen gebeten habe, um auch die widersprüchlichen Gutachten klären zu können. Laut Ministeriumssprecher Joschka Touré wartet man aber noch auf die Stellungnahme von Vattenfall. Spätestens zum angekündigten Besuch von Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht am 20. März im Wedeler Rathaus will das Ministerium klar Stellung beziehen, so Touré.

Auch auf anderer Ebene bemüht man sich um Aufklärung und Antworten. So hat der SPD-Landtagsabgeordnete Thomas Hölck eine Anfrage bezüglich der Partikelemissionen gestellt. Er will von der Landesregierung unter anderem wissen, ob die Filteranlagen den gesetzlichen Bestimmungen nach ihre Funktion erfüllen und wie man sich die Flugasche sonst erklärt. Zudem will er wissen, was man zum Schutz der Anwohner tut.