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Elbphilharmonie-Baufirma zieht auf Fahnen-Fleck-Grundstück

GTK Spezialtiefbau übernimmt das Fahnen Fleck-Areal.

GTK Spezialtiefbau übernimmt das Fahnen Fleck-Areal.

Foto: Arne Kolarczyk

Die Firma GTK Spezialtiefbau aus Hamburg übernimmt das Areal von Fahnen Fleck am Haidkamp, das seit 2013 leer stand.

Pinneberg.  Ende 2013 verließ das Traditionsunternehmen Fahnen Fleck Pinneberg. Fünf Jahre lang stand die 14.000 Quadratmeter große Gewerbefläche am Haidkamp leer. Jetzt kommt wieder Leben auf das Filetgrundstück in direkter Autobahnnähe. Die Firma GTK Spezialtiefbau aus Hamburg zieht mit 45 Mitarbeitern in die Kreisstadt – zur Freude von Wirtschaftsförderer Stefan Krappa.

„Ich bin sehr glücklich über diese Neuansiedlung“, so Krappa. Das Unternehmen schaffe Arbeitsplätze in der Stadt und werde dank der Verlagerung des Firmensitzes auch seine Gewerbesteuer hier zahlen. Der Wirtschaftsförderer hatte schon lange ein Auge auf das Areal geworfen, weil es geraume Zeit die einzig freie Gewerbefläche in der Stadt war. Krappa: „Uns waren aber die Hände gebunden, weil sich das Grundstück in Privatbesitz befindet.“

Fahnen Fleck hatte Gelände 1975 gekauft

Fahnen Fleck hatte das Gelände im Jahr 1975 erworben und 3500 Quadratmeter davon bebaut. Im Laufe der Jahre schrumpfte jedoch die Mitarbeiterzahl dank neuer, moderner Fertigungsmethoden – das Areal wurde zu groß, wurde zu totem Kapital. Die Firma, die sich auf textile Werbemittel wie Fahnen, Banner oder Beachflags spezialisiert hat, residiert nun auf einer angemieteten, 2000 Quadratmeter großen Fläche an der Kieler Straße 131 in Hamburg.

Das Grundstück am Haidkamp verkaufte Fahnen Fleck kurz vor dem Umzug an den Rellinger Logistikunternehmen Thomas Pötzsch und dessen Firma Cargo Trans Pool (CTP). Der gab damals an, dort gemeinsam mit anderen Unternehmen einen Dienstleistungs-Logistikpark aufbauen zu wollen. Doch auf dem Grundstück passierte nichts – mit Ausnahme eines großen Banners, das eine Vermietung oder einen Verkauf anpries. Im vorigen Jahr kam ein gleichlautendes Schild einer Immobilienfirma dazu. Dieselbe Maklerfirma, die das Gelände schon 2013 im Auftrag von Fahnen Fleck für 1,49 Millionen Euro angepriesen hatte. 2018 rief diese für den neuen Besitzer einen Kaufpreis von 2,65 Millionen Euro auf.

GTK Spezialtiefbau hat Gelände gemietet

GTK Spezialtiefbau ist kein Käufer, sondern Mieter des Areals. „Der Mietvertrag läuft seit dem 1. Januar 2019“, bestätigt Firmen-Prokurist Thorsten Oetjen auf Anfrage des Abendblatts. Ein Firmenschild prangt bereits an der Einfahrt, die ersten Fahrzeuge des Unternehmens parken schon auf dem Gelände. In Kürze soll auch eine zweite Zufahrt für die großen Spezialfahrzeuge entstehen.

Bis die 45 Mitarbeiter des Unternehmens in die Kreisstadt umziehen, wird aber noch etwas Zeit vergehen. „Ursprünglich war geplant, das vorhandene Bürogebäude abzureißen und neu zu bauen“, erläutert Oetjen. Da jedoch die Baufirmen aktuell keine Kapazitäten freihätten, sei dies zeitlich nicht darstellbar. „Wir haben eine Umnutzung beantragt“, so der Prokurist.

Gebäude wird umgebaut

Das Gebäude solle entkernt und umgebaut werden, um es an die Bedürfnisse des neuen Mieters anzupassen. Bisher steht eine Produktions-, Service und Bürofläche von 1300 Quadratmetern zur Verfügung, hinzu kommen eine 600 Quadratmeter große Lagerhalle und eine Werkstatt mit einer Fläche von 350 Quadratmetern. GTK Spezialtiefbau will laut Oetjen den Umbau selbst stemmen. Wann er abgeschlossen sein werde, sei unklar.

Aktuell verfügt das Unternehmen, das sich auf Pfahlgründungen spezialisiert hat und auch am Bau der Elbphilharmonie beteiligt war, über zwei Standorte. Die 15 Verwaltungskräfte sitzen am Winsbergring in Altona, die 30 Mitarbeiter für Bohrung und Gründung stellen die dafür benötigten Spezialgeräte auf einer Fläche in Wilhelmsburg ab. Aufgrund der geplanten Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße muss die Firma dieses Areal jedoch räumen. „Wir hatten geplant, in Hamburg zu bleiben. Die Wirtschaftsbehörde hatte versprochen, uns bei der Suche nach einer neuen Fläche zu helfen“, so der Prokurist weiter.

Die Hilfe sei jedoch eher halbherzig ausgefallen, sodass sich die Firmenchefs selbst auf die Suche machten. „Wir hatten uns ein anderes Grundstück angeguckt, was nicht funktioniert hat. Dann sind wir zufällig an dem Areal von Herrn Pötzsch vorbeigefahren.“ Einige Zeit später sei man sich handelseinig geworden.

Pinneberg selbst ist für Oetjen und seine Kollegen kein unbekanntes Terrain. „Wir haben hier schon gearbeitet – etwa beim Bau des Finanzamtes und des benachbarten Einkaufszentrums.“