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Bücherei-Chef verlässt Uetersen nach 31 Jahren

Michael Haase leitete 31 Jahre die Uetersener Stadtbibliothek

Michael Haase leitete 31 Jahre die Uetersener Stadtbibliothek

Foto: Sebastian Becht

Seit 1987 leitete Michael Haase die Einrichtung. Am Sonntag geht der 65-Jährige in den Ruhestand. Nachfolgerin steht bereit.

Uetersen.  Wenn Michael Haase am kommenden Montag seinen ersten Tag im Ruhestand beginnt, liegen exakt 31 Jahre als Leiter der Uetersener Stadtbücherei hinter dem 65-Jähirgen. „Es war ein Glückstreffer für die Stadt, dass Haase 1987 von Pinneberg nach Uetersen gewechselt ist“, sagt Bürgermeisterin Andrea Hansen bei der offiziellen Verabschiedung des Bibliothekars am Mittwochmorgen. Haase sei eine Institution in Uetersen – sei bei allen beliebt. habe für jeden immer ein offenes Ohr.

Mit der Einstellung Haases sollte die bisher nur nebenamtlich geleitete Bücherei professionalisiert werden, da es Zuschüsse von Kreis und Land gab. Der Wedeler setzte sich gegen rund 60 Kandidaten durch, da er laut Hansen die nötige Sachkenntnis und organisatorische Fähigkeiten mitbrachte. Die Entscheidung scheint im Nachhinein genau richtig. Bei seinem Antritt gab es jährlich rund 18.000 Entleihungen. Die Zahl konnte Haase mehr als verzehnfachen – dem digitalen Wandel zum Trotz.

„Wir haben in den letzten Jahren einen Rückgang an physischen Ausleihen feststellen können“, sagt Haase. Der sei insbesondere bei Sachbüchern bemerkbar geworden. Doch die ergänzenden, digitalen Angebote glichen den Rückgang weitgehend aus. Fünf Prozent des Buchetats gehen in ein landesweites digitales Ausleihsystem für Medien aller Art. „Jeder, der einen Ausweis bei uns hat, kann Bücher für den E-Reader oder Filme in einer Internetdatenbank ausleihen“, erklärt Haase. Außerdem sei in Uetersen ein Drittel der Bücher für Kinder: „Und die wollen etwas Handfestes.“

Darauf verlässt sich auch seine Nachfolgerin, die am Montag laut eigenen Angaben ihren Traumberuf anfängt. „Studien haben gezeigt, dass Kinder besser verstehen, wenn sie ein Buch physisch in der Hand halten“, sagt Larissa Noack. Das wirke sich auch positiv auf ihre Rechtschreibung aus. Die 26-jährige Hamburgerin hat Bibliotheks- und Informationsmanagement studiert und will genau wie Haase auch weiter einen Schwerpunkt auf die Kinder- und Jugendarbeit legen.

Ihr Vorgänger plant mit seiner Frau erst mal eine Deutschlandreise im Auto. Vermutlich mit einigen Büchern an Bord. Denn die lohne es immer zu lesen. Haase: „Wer nur ein bisschen Fantasie hat, wird eine durch ein Buch vermittelte Geschichte deutlich intensiver erleben als bei einem Film.“