Pinneberg
Wedel

Neuer Anleger für Traditionsschiffe eröffnet

Das Hamburger Museumsschiff „Sperber“ weihte den Traditionsanleger in Wedel bei der feierlichen Eröffnung am Freitag ein

Das Hamburger Museumsschiff „Sperber“ weihte den Traditionsanleger in Wedel bei der feierlichen Eröffnung am Freitag ein

Foto: Katy Krause / HA

Ist dies der erhoffte Weckruf für den teuer sanierten Wedeler Hafen? Gespräche mit einem möglichen Betreiber laufen schon.

Wedel.  Etwas schief und leise klang der erste Ton aus der Bootsmannspfeife. Doch am Ende konnte sich Wedels Pressesprecher Sven Kamin auf diese Weise Gehör bei den geladenen Gästen verschaffen. Vielleicht weil das maritime Signal auch so schön zum Anlass passte. Denn viele erhoffen sich von der am Freitag gefeierten offiziellen Eröffnung des Traditionsanlegers einen Weckruf für Wedels Hafen. Das für Millionen von Euro sanierte Becken glänzte bislang vor allem durch die Abwesenheit von Schiffen. Das soll und kann sich nun ändern. Denn gleichzeitig mit der feierlichen Eröffnung wurde auch das Hafenbecken für private Schiffe freigegeben. Wer sich im Rathaus ankündigt, darf nun am neuen Ponton auch anlegen.

Doch wie so oft, wenn es um das Großprojekt Hafen geht, verlief auch die Eröffnung am Freitag nicht ganz reibungslos. Das von der Stadtverwaltung zu diesem Anlass angekündigte Segelschiff „Elfriede“ kam nicht. Am Morgen war der Skipper des Ewers mit Liegeplatz im Museumshafen Oevelgönne erkrankt. Ein Ersatz war nicht in Sicht. Die deshalb mobilisierten Mitglieder der örtlichen DLRG mit ihrem Rettungsboot sowie die Mitglieder der Stadtverwaltung staunten daher nicht schlecht, als dann überraschend am Morgen doch ein Traditionsschiff am neuen Anleger passend zum Eröffnungstermin anlegte.

Die Crew der „Sperber“ war auf der Elbe unterwegs und spontan eingesprungen. Das ehemalige Unfallboot der Hamburger Feuerwehr ist der Neuling unter den Booten im Hamburger Museumshafen – allerdings nicht aufs Alter bezogen. Immerhin wird das Baujahr auf 1928/29 datiert. Aber erst seit einem Jahr liegt die „Sperber“ als Museumsschiff im Hafen. „Wir haben den letzten Liegeplatz ergattert“, berichtet Skipper und Bootseigentümer Stephan Zeyn. Zusammen mit seiner Frau erwarb er die „Sperber“, die sie in einem schlechten Zustand entdeckt und von einem privaten Eigentümer erworben hatten.

Restauriert schippert das ehemalige Unfallboot nun über die Elbe und nimmt dabei auch bis zu zwölf Passagiere mit. Ob er sich auch vorstellen könnte, von Wedel aus zu starten? „Ja, warum nicht“, sagt Zeyn. „Dieser Anleger ist doch Luxus vom Feinsten.“ Allein sanitäre Anlagen müsse es dann noch in der Nähe geben. Aber auch die sind auf lange Sicht geplant. So entschied eine politische Ratsmehrheit den Abriss des bisherigen Hafenmeisterhauses und einen gleichzeitigen Neubau. Die Idee ist es, dass an derselben Stelle ein neues Gebäude entsteht, das gegen Hochwasser geschützt und ganzjährig nutzbar wäre und zudem barrierefrei. Bislang waren im Erdgeschoss des alten Gebäudes öffentliche Toiletten untergebracht.

„Der Hafen ist immer noch eine Baustelle“, betonte auch Wedels Bürgermeister Niels Schmidt in seiner Rede zur Eröffnung des neuen Pontons. Umso mehr freute es ihn, dass nun ein weiterer Schritt zur Belebung des Hafenbecken getan worden sei. Mit dem Ewer „Gloria“ steht schon ein Schiff fest, dass am Traditionsanleger regelmäßig festmachen möchte. Weitere sollen folgen, wenn es nach Schmidt geht. Es brauche zwar eine Genehmigung zum Anlegen, die aber unbürokratisch und schnell das Bauamt des Wedeler Rathaus auf Anfrage erteile, wie der Verwaltungschef versprach.

Vor einem Jahr fiel die Entscheidung zum Bau des Anlegers speziell für Traditionsschiffe zusätzlich zum Ponton Willkomm-Höft – und das bei steigenden Kosten. Denn die Entfernung des Hafenschlicks im Becken sowie am Willkomm-Höft hat sich als öfter und finanziell aufwendiger entpuppt als einst erwartet. Auch der Bau des neuen Anlegers war am Ende deutlich teurer. Gut, dass es finanzielle Unterstützung zum Beispiel durch die Metropolregion Hamburg gab.

Yvonne Brodda war am Freitag als Vertreterin der Metropolregion vor Ort. Zur Förderung des Traditionsanleger erklärte sie genau in dem Moment, als die Sonne durch die Wolken brach: „Wir wünschen uns eine Belebung des Verkehrs auf der Elbe zwischen Wedel und Hamburg.“ Hoffnungen macht man sich auch von einem neuen Interessenten für den Hafenbetrieb. Die Gespräche mit der Stadtverwaltung laufen gut. Nachdem er sein Konzept in der Hafen-AG vorgestellt hat und es einen Termin bei einem ähnlichen Projekt gab, ist das Konzept nun im nicht-öffentlichen Teil des Planungsausschusses Thema. Nach der politischen Sommerpause soll es auch öffentlich diskutiert werden, wenn es denn weiter konkrete Formen annimmt.