Pinneberg
Kreis Pinneberg

Sozialer Wohnungsbau boomt in der Region

Erk Westermann-Lammers (l.) und Horst Nörenberg von der Investitionsbank: Der Bauboom hält an

Erk Westermann-Lammers (l.) und Horst Nörenberg von der Investitionsbank: Der Bauboom hält an

Foto: Burkhard Fuchs

Investitionsbank Schleswig-Holstein hat 221 günstige neue Wohnungen gefördert und 681 Häuslebauer bei Finanzierung unterstützt.

Kreis Pinneberg.  Die Nachfrage nach neuem Wohnraum im Hamburger Umland ist ungebrochen. Diese Bilanz ihrer Förderungsprojekte zieht die Investitionsbank Schleswig-Holstein. Allein im Kreis Pinneberg sei der Bau von 221 geförderten Wohnungen bezuschusst und mit günstigen Krediten versehen worden, erklärt IB-Vorstandschef Erk Westermann-Lammers. Hinzu kamen 681 Eigenheime im Kreis Pinneberg, bei denen die Investitionsbank die Häuslebauer und Wohnungskäufer mit zinsgünstigen Darlehen unterstützte.

Auch landesweit hält dieser Trend an. So habe die I-Bank 2017 insgesamt 1700 Sozialwohnungen gefördert, 800 mehr als im Jahr davor. Sogar auf der Insel Sylt sei erstmals ein sozialer Wohnungsbau darunter gewesen.

„Gegen die Wohnungsknappheit hilft nur eins: bauen, bauen, bauen“, sagte Westermann-Lammers. Die Nachfrage und der Bedarf nach zusätzlichem Wohnraum seien ungebrochen hoch. „Der Bauboom hört nicht auf.“ So seien die ohnehin schon hohen Zahlen von 204 geförderten Wohnungen und 670 günstigen Eigenheim-Krediten im Jahr 2016 im Kreis Pinneberg nochmals gesteigert worden. Die Bauindustrie sei voll ausgelastet.

Der IB-Vorstandschef macht dafür zwei Entwicklungen verantwortlich, die sich gegenseitig verstärkten. So wachse die Zahl der Einwohner vor allem im Hamburger Umland weiter stark an. Im Kreis Pinneberg leben zurzeit etwa 312.000 Menschen. Jedes Jahr sind es etwa 2500 neue Bürger mehr. Hinzu komme der Trend zu den Ein-Personen-Haushalten. Nach aktuellen Berechnungen der Kreisverwaltung steigen diese von 54.000 bis 2030 auf fast 60.000 an.

Vor allem in den großen Städten nehme diese Entwicklung rasant zu, sagt Westermann-Lammers. So sollen in zwölf Jahren drei von vier Münchnern allein in einer Wohnung leben. Im Kreis Pinneberg wird dieser Anteil nach aktuellen Prognosen auf etwa 40 Prozent steigen.

Die Investitionsbank unterstütze den Wohnungsbau auf zweierlei Weise, so Westermann-Lammers. Zum Einen hätten öffentliche und private Investoren 40 Jahre lang Zinssicherheit: Für die ersten 20 Jahre zahlten sie keine Zinsen auf das gewährte Darlehn, danach steige der Zinsabtrag stetig auf 2,5 Prozent an. Zusätzlich gewähre die I-Bank seit 2017 einen festen Zuschuss von 250 Euro je Quadratmeter Wohnfläche für den sozialen Wohnungsbau. Mieter könnten sich dann 35 Jahre lang auf Mieten von 5,90 Euro kalt im Monat je Quadratmeter freuen. Die Vermieter wiederum könnten sich darauf verlassen, dass keine dieser preisgünstigen Wohnungen leerstehen werde.

Als Beispiele für diese Förderung nannte der I-Bank-Chef zwei Projekte in Wedel. So habe dort die Eigenheim Wohnungsgenossenschaft rund sieben Millionen Euro für den Bau von 45 Wohnungen in der Feldstraße erhalten. Und die Rehder Wohnungsbau-Projektgesellschaft sei mit 2,2 Millionen Euro für den Bau von 14 Sozialwohnungen im Kirchstieg gefördert worden. Weitere geförderte Wohnbauprojekte habe es in Pinneberg auf dem Gelände des früheren Kreishauses, in der Meisenstraße in Rellingen oder in der Bahnhofstraße in Quickborn gegeben. Insgesamt seien 211 Millionen Euro (Vorjahr: 183,1 Millionen Euro) an Wohnungsbau- und Wirtschaftsförderungen von der I-Bank in den Kreis Pinneberg geflossen.