Pinneberg
Kreis Pinneberg

Kreispräsident kündigt seinen Rückzug an

Kreispräsident Burkhard E. Tiemann vor der Drostei in Pinneberg

Kreispräsident Burkhard E. Tiemann vor der Drostei in Pinneberg

Foto: Burkhard Fuchs / HA

Burkhard E. Tiemann, der das Amt seit 15 Jahren bekleidet, soll erklärt haben, nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen.

Kreis Pinneberg.  Rätselraten um die politische Zukunft von Burkhard E. Tiemann (72). Der CDU-Politiker, der gerade für seine 15-jährige Amtszeit als Kreispräsident geehrt worden ist, hat nach mehreren gleichlautenden Augenzeugenberichten jetzt öffentlich erklärt, dass er nicht mehr für das höchste Amt im Kreistag zur Verfügung stehe. Diese Ankündigung hat selbst seine Fraktionschefin Heike Beukelmann überrascht. Falls dies der Fall sein sollte, „hätten wir aber einen Kandidaten, sofern wir wieder die Mehrheit im Kreistag stellen.“ Dies würde aller Voraussicht nach Helmuth Ahrens (66) sein, der Bürgervorsteher in Halstenbek ist. Ahrens betont, dass er nur für das Kreispräsidentenamt kandidierte, wenn die CDU-Fraktion ihn vorschlüge. Eine Kampfkandidatur lehne er ab, hatte er bereits vor Wochen gesagt. Gestern sagte er: „Tiemann ist in der Vorderhand und ich bin in der Hinterhand.“

Eine offizielle Aussage Tiemanns gibt es noch nicht. Trotz mehrfacher Versuche war er Mittwoch nicht zu erreichen. Seit Jahren ist der Kreispräsident umstritten, wurde 2013 nur knapp mit 25 gegen 22 Stimmen wiedergewählt. Seine Neutralität wurde da angezweifelt. Danach hatte er sich mit einer angeblichen Dienstreise nach Polen und einer freien Vergabe von Verdienstnadeln im Namen des Kreises, beides nicht mit den Kreistagsfraktionen abgesprochen, zusätzlich unbeliebt gemacht. Vor zwei Jahren erließ der Kreistag deshalb Verhaltensregeln für die Ausübung des Präsidentenamtes. Gleichwohl hat Tiemann immer den Eindruck vermittelt, dass er ein viertes Mal für das mit 1472 Euro im Monat dotierte Amt kandidiere. Doch vor wenigen Tagen soll er „eine starke persönliche Kränkung“ aus den eigenen Reihen erfahren haben, die ihn offenbar nun zum Rückzug bewegt hat.