Pinneberg
Kulturpreis

Der Kreis Pinneberg und sein ausgezeichneten Künstler

Kreispräsident Burkhard E. Tiemann (v.l.) mit Maler Michael Heering, Fotograf Volker Renner und Landrat Oliver Stolz

Kreispräsident Burkhard E. Tiemann (v.l.) mit Maler Michael Heering, Fotograf Volker Renner und Landrat Oliver Stolz

Foto: Andreas Daebeler / HA

Am Sonntag wurden in der Kreisstadt die Drosteipreise an den Maler Michael Heering und den Fotografen Volker Renner überreicht.

Kreis Pinneberg.  Wenn Volker Renner seine Kamera in Anschlag bringt, entsteht Kunst. Am Sonntagvormittag in Pinneberg muss auch mal das Smartphone reichen – für ein schnödes Erinnerungsfoto. Im Obergeschoss der Pinneberger Landdrostei darf Renner, ein in Hamburg lebender Fotograf, den mit 5000 Euro dotierten Drosteipreis entgegennehmen. Vorm Eingang zum Saal können die Gäste der Verleihung sich einen Überblick verschaffen – auf einem Tisch liegen etliche Bücher Renners bereit. Es darf geblättert werden. In Bildbänden mit Tiefe, die zuweilen fast völlig auf Texte verzichten und viel Raum für Interpretation lassen. Entstanden unter anderem auf Reisen durch Amerika.

Als der offizielle Teil der Preisverleihung im Festsaal mit einem Stück des Violinisten Oliver Rau beginnt, hat der in Pinneberg geborene Fotograf Renner schon ein weiteres Mal für die Kameras anderer posiert. Diesmal nicht allein. Neben ihm steht mit dem in Schenefeld aufgewachsenen Maler Michael Heering auch der diesjährige Förderpreisträger. Eingerahmt werden die beiden Künstler von Kreispräsident Burkhard E. Tiemann und Landrat Oliver Stolz. Schließlich ist der Kreis Pinneberg, der die Drosteipreise verleiht, an diesem Tag Gastgeber im barocken Schmuckbau, der dieser Tage das 250-jährige Bestehen feiert.

Tiemann ist es auch, der als Erster ans Mikro tritt, um die knapp 100 Gästen zu begrüßen. „Sie alle machen heute deutlich, welche Bedeutung Kultur hier hat“, sagt der Kreispräsident, um alsdann Ex-Preisträger und Politiker zu begrüßen. Als mit Stefanie Fricke die künstlerische Leiterin des Kreiskulturzentrums das Wort ergreift, wird zurückgeblickt – auf annähernd 40 Jahre Kulturpreis in Pinneberg. Es sei „außergewöhnlich“, dass die Auszeichnung auch in schwierigen Zeiten nicht dem Rotstift zum Opfer gefallen sei. Politiker hätten „um diesen Pfeiler einen Schutzring gezogen“, so Fricke, die einer Jury von Bildenden Künstlern, Literaten, Musikern und Politikern vorsitzt, in der Preisträger gesucht und gefunden werden. Könner wie Renner, der sich an einer furiosen, sich um seine Bildsprache rankenden Laudatio von Autorin Nora Sdun erfreuen kann. Und wie Heering, dem Laudator Michael Stitz gehörige Zweifel und den Anspruch der Skepsis zuschreibt, die alle gute Kunst auszeichne. Von den Bildern Heerings gehe „eine pulsierende, fast ansteckende Unruhe ebenso aus wie eine beinahe melodische Harmonie“.

Der Drostei-Preis wird in diesem Jahr zum zweiten Mal unter diesem Namen verliehen. Seit 1981 gab es ihn als Kreiskulturpreis. Er ist für Künstler gedacht, die mit „ihrem Wirken einen besonderen Beitrag zur Bereicherung des kulturellen Lebens mit Bezug zum Kreis Pinneberg erbracht haben“. In den vergangenen Jahren gab es auch mal Kritik zu hören, weil Ausgezeichnete zu wenig regionalen Bezug aufwiesen.