Pinneberg
Elmshorn

Stadt verschärft Regeln für Flunkyball-WM

Friedliche Teilnehmer der Flunkyball-WM im Elmshorner Krückaupark beim Spielen. Dieses Archivfoto ist aus dem Jahr 2015

Friedliche Teilnehmer der Flunkyball-WM im Elmshorner Krückaupark beim Spielen. Dieses Archivfoto ist aus dem Jahr 2015

Foto: Anne Dewitz

Trinkspielsoll in den Elmshorner Steindammpark auf ein umzäuntes Gelände verlegt werden. Veranstalter haben Zusagen von Sponsoren.

Elmshorn.  Das soll es nicht wieder geben: Zehn Strafanzeigen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung und Verstoß gegen
das Betäubungsmittelgesetz – so die Polizei­bilanz der Flunkyball-WM 2017 an Christi Himmelfahrt im Krückaupark in Elmshorn. Außerdem wurden im letzten Jahr 18 Platzverweise ausgesprochen und zwei Personen in Gewahrsam genommen. Die Beschuldigten hatten laut Polizei Atemalkoholwerte zwischen 1,3 und 2,9 Promille. Was vor elf Jahren klein und friedlich angefangen hatte, uferte zum Schluss aus. Teilnehmer reisten aus ganz Deutschland zu dem auf Facebook beworbenen Event.

Friedliches Trinkspiel zieht auch aggressives Publikum an

Weder die Stadt noch die Veranstalter wollen, dass sich das wiederholt. „Es darf nicht ausarten“, sagt Stadtrat Dirk Moritz. Offenbar habe sich auch die Partyszene aus Kollmar und vom Barmstedter See nach Elmshorn hin orientiert. Beide Orte waren bislang an Himmelfahrt Treffpunkt für feierwütige Jugendliche. Dort war es 2017 auffällig ruhig. Moritz vermutet, die Flunkyball-Meisterschaft sei wie ein Magnet und ziehe auch Publikum an, auf das man in Elmshorn lieber verzichten möchte.

Die Organisatoren gelten jedoch als zuverlässig und engagiert, deswegen möchte die Stadt die Flunkyball-WM für 2018 nicht von vornherein verbieten. „Die Veranstaltung selbst ist immer sehr friedlich gewesen, und die Veranstalter haben sich bemüht, alles sauber zu halten“, sagt Moritz. „Erst nachdem das Turnier vorbei war, haben Dritte Unrat, Zerstörung und Gewalt verursacht.“ Gruppen seien randalierend durch Elmshorn gezogen, und Wildpinkler hätten sich in Gärten und an der Schule erleichtert.

Laut Polizeibericht von 2017 waren etwa 2300 junge Menschen nach Elmshorn gekommen. Zu Spitzenzeiten befanden sich etwa 1800 Leute gleichzeitig auf dem Gelände. Durch die Enge seien Aggressionen angeheizt worden, so Moritz. Die ersten Teilnehmer trafen bereits um 9 Uhr ein. Je später es wurde, desto zahlreicher registrierte die Polizei alkoholbedingt hilflose Menschen. Die Stimmung wurde nach dem offiziellen Ende zunehmend aggressiver. Nur durch die permanente Polizeipräsenz seien Körperverletzungsdelikte unter einzelnen Gruppen verhindert worden. Die Einsatzzahl verdoppelte sich 2017 mit 68 polizeilichen Maßnahmen gegenüber dem Vorjahr.

In diesem Jahr wird die Flunkyball-Meisterschaft nur unter strengen Auflagen genehmigt. Die Organisatoren müssen ein umfassendes Sicherheitskonzept vorlegen, ehe die Stadt eine Genehmigung erteilt. „Das Ganze muss beherrschbar bleiben“, so der Stadtrat.

Die Veranstalter spenden das Pfandgeld

Die Veranstaltung soll vom Krückaupark auf die Festwiese im Steindammpark verlegt werden. „Das Areal muss eingezäunt werden“, sagt Moritz. „Die Veranstalter müssen für Security an den Eingängen und auf dem Gelände sorgen. Mehrere Aufräumgruppen, die anhand von Westen zu erkennen sein müssen, sollen permanent im Einsatz sein.“ Zudem müssen verschließbare Müllcontainer aufgestellt und die Toiletten zwischendurch gereinigt und abgefahren werden.

Die Veranstalter sehen ein, dass das Event in geordnete Bahnen gelenkt werden muss. „Wir haben das Konzept bei der Stadt eingereicht und sind zuversichtlich, dass die Veranstaltung auch dieses Mal wieder stattfindet“, sagt Jonas Jensen (26), der mit fünf Freunden das Trinkspiel organisiert.

Auch mehrere lokale und internationale Sponsoren wurden bereits gefunden, sodass die Veranstaltung auch finanziell machbar wäre. Nun hoffen die Veranstalter auf ein schnelles Okay durch die Stadt, denn für die Organisation bleiben nur noch knapp sechs Wochen.

„Der Grundgedanke der WM war es, Biertrinken mit etwas Gutem für die Gesellschaft zu verbinden, ohne uns selbst daran zu bereichern. Wir möchten eine entspannte Alternative am Vatertag bieten“, sagt Jensen. So wurde das Pfandgeld von 900 Euro im vergangenen Jahr an den Elmshorner Kinderhilfsverein „Frischlinge - Die Burg“ gespendet. 2016 kamen sogar 1200 Euro für das Kinderhospiz Sternenbrücke zusammen.