Kreis Pinneberg

Wenn Männer in den Badeanzug schlüpfen

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Anne Dewitz
Robin (l.) und Alex vom Bodensee bei der Flunkyball-WM 2016 im Krückaupark in Elmshorn

Robin (l.) und Alex vom Bodensee bei der Flunkyball-WM 2016 im Krückaupark in Elmshorn

Foto: Anne Dewitz / HA

Flunkyball in Elmshorn zieht Jugend aus ganz Deutschland an. Trubel in Kollmar. Bis zum frühen Abend verlief der Vatertag friedlich.

Elmshorn.  Sie kamen extra vom Bodensee angereist und fielen sofort ins Auge: Robin, 21, und Alex, 22, ernteten für ihre blauen Badeanzüge, Stirnbänder und ihre Perücken (nein, nicht auf dem Kopf) von den anderen Flunkyball-Teilnehmern im Krückaupark in Elmshorn bewundernde Blicke, anerkennende Worte oder einfach ein pragmatisches Schulterklopfen.

„Wir hatten von einer Freundin von der Veranstaltung hier gehört und sind extra dafür angereist.“ Dass gleichzeitig auch Hafengeburtstag in Hamburg sei, wo sie in einer Jugendherberge übernachteten, hatte sie dagegen überrascht. „Den schauen wir uns heute Abend noch an, bevor unser Zug um vier Uhr wieder zurückgeht“, sagen die beiden Freunde.

Etwa 500 Freunde des Biersports hatten sich an Christi Himmelfahrt zur Flunkyball-WM 2016 trafen. Sie kamen zu dem Turnier der etwas anderen Art zusammen, bei dem Gruppen mit klangvollen Namen wie „Pussycats“ und „Saufjetunion“ mit Tennisbällen auf leere Flaschen zielen. Die Regeln sind denkbar einfach: Kippt die Flasche in der Mitte, setzen die Teammitglieder an und trinken. Ein Spieler der gegnerischen Mannschaft läuft zur Mitte, stellt die Flasche wieder auf. Gewonnen hat das Team, das zuerst seine Flaschen geleert hat. Die Sieger erhalten einen Wanderpokal. Das Event, zu dem via Facebook eingeladen wurde, fand bereits zum neunten Mal statt. Die Veranstalter versprachen, am Ende den Park auch wieder aufzuräumen.

Nur wenige Meter weiter an der Elsa-Brändström-Schule standen vorsorglich 40 Einsatzkräfte der Polizei, um gegebenenfalls schnell eingreifen zu können. Bis zum frühen Abend verlief ihr Dienst ruhig. Laut Polizei war die Lage im gesamten Kreis Pinneberg bis auf kleinere Auseinandersetzungen friedlich.

Auch am Kollmarer Hafen (Kreis Steinburg), wo es jedes Jahr hunderte von Menschen an Himmelfahrt hinzieht, war die Lage am Nachmittag überschaubar. Viele legten dort auf ihren Touren mit Motorrad, Fahrrad oder Bollerwagen einen Boxenstopp ein, um sich bei Kaltgetränk und Grillwurst zu stärken oder einfach auf dem Deich Sonne und sommerliche Temperaturen zu genießen.

Da es in Vorjahren auch immer wieder zu Körperverletzungen und Sachbeschädigungen gekommen ist, waren an diesem Donnerstag vorsorglich 30 Polizisten in Kollmar stationiert worden. Sie führten zielgerichtete Personenkontrollen durch und achteten verstärkt darauf, dass nicht gegen den Jugendschutz verstoßen wurde.

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