Wedel

SPD fordert ein Verkehrskonzept für alle

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Katy Krause
Fahrradfahrer, Autofahrer: Geht es nach der SPD, muss die Verkehrsentwicklung in Wedel gesamtheitlich betrachtet werden

Fahrradfahrer, Autofahrer: Geht es nach der SPD, muss die Verkehrsentwicklung in Wedel gesamtheitlich betrachtet werden

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Unterschriftenaktion gestartet. Antrag für Wedeler Ausschuss am 19. April gestellt. Motorisierten Individualverkehr verringern.

Wedel.  Altstadt, BusinessPark, Wedel Nord: Aus Sicht der Wedeler Sozialdemokraten läuft die Verkehrsplanung der vergangenen Jahre schief, weil jeweils nur einzelne Problembereiche betrachtet werden und nie das Gesamtbild. Wenn es nach der SPD geht, soll sich das nun ändern. Die Genossen haben einen Antrag für den kommenden Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschuss am 19. April gestellt. Darin fordern sie, ein Gesamtverkehrskonzept für Wedel erstellen zu lassen. Um ihre Forderung zu untermauern, haben die Sozialdemokraten zudem mit einer Unterschriftensammlung begonnen.

Letztlich verbirgt sich hinter dem Antrag auch der Versuch, eine Lösung für den Streit um das weitere Vorgehen in Sachen Nordumfahrung zu finden. Wie berichtet, setzen sich CDU und FDP massiv dafür ein, die Planungen im Zusammenhang mit der Erschließung des neuen Baugebiets im Norden der Stadt voranzutreiben. Die Idee ist es, einen Teil der Kosten auf die Investoren zu verschieben, da ohnehin eine Erschließungsstraße für den Bereich benötigt wird, die dann den Anfang der Nordumfahrung bilden soll. Zudem setzen sich CDU und FDP dafür ein, dass die Stadt jetzt in Vorleistung geht, mögliche Vorplanungen beauftragt und bezahlt. Die anderen im Rat vertretenen Parteien sind da anderer Meinung. Die SPD beantragte, die 1,1 Millionen Euro Planungskosten für 2018 aus dem Haushalt zu streichen, Grüne und WSI schlossen sich an. Damit liegt das Projekt vorerst auf Eis.

Ziel ist es, den motorisierten Individualverkehr zu verringern

Die SPD hatte ihren Vorstoß damals damit begründet, dass unklar sei, ob Wedel je die nötigen Zuschüsse vom Bund für den Bau der auf 27,4 Millionen Euro geschätzten Trasse erhält. Zudem wollten sie prüfen lassen, ob die Bahn einer nötigen Querung im Bereich Autal überhaupt zustimmt. Anderenfalls würde sich der Verkehr hier weit zurückstauen, so die Befürchtung. Im jetzt vorliegenden Antrag finden sich weitere Hinweise darauf, was die SPD umtreibt. In der Begründung für ein Gesamtkonzept steht, dass ansonsten die Gefahr bestünde, dass einzelne Maßnahmen lediglich zu Verschiebungen der Probleme führen und Entlastungen an einer Stelle neue Belastungen an anderer Stelle bedeuten. Ähnliches befürchten auch Kritiker im Fall der Nordumfahrung.

Die Idee der SPD ist es daher, alle Planungen in einem aktualisierten Konzept zusammenzuführen. Neue innovative Lösungen wie etwa Shuttlebusse sollen betrachtet werden. Zudem ist der SPD wichtig, dass das Konzept unter Einbeziehung der Wedeler Bürger erarbeitet wird. Sie sollen in Form von Workshops ihre Idee und Wünsche äußern können. „Ziel soll es sein, den motorisierten Individualverkehr zu verringern und die Gesamtstraßenfläche – mit Ausnahme von Fuß- und Radwegen – nicht zu erhöhen“, erklärt Wolfgang Rüdiger für die SPD. Der Ausschuss tagt in der Feuerwache, Schulauer Straße 101, von 18 Uhr an.

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