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Nordakademie: So fing vor 25 Jahren alles an

Ein Foto aus den Anfängen 1993: Studenten schauen aus den Fenstern der Nordakademie am Pinneberger Bahnhof. Schon bald wurden die Räume zu eng und die Hochschule zog nach Elmshorn

Ein Foto aus den Anfängen 1993: Studenten schauen aus den Fenstern der Nordakademie am Pinneberger Bahnhof. Schon bald wurden die Räume zu eng und die Hochschule zog nach Elmshorn

Foto: Nordakademie / HA

Die Hochschule der Wirtschaft feiert auf dem Campus in Elmshorn ihr Jubiläum. 2200 Bachelor- und Masterkandidaten in diesem Jahr.

Elmshorn.  Etwa 5000 Menschen haben seit 1993 ein Studium an der Nordakademie, der Hochschule der Wirtschaft in Elmshorn und Hamburg, absolviert. 350 Unternehmen im Norden schicken allein in diesem Jahr 2200 Bachelor- und Masterkandidaten auf den Elmshorner Campus oder in das Hamburger Dockland. Das Vierteljahrhundert Erfolgsgeschichte einer der größten privaten Hochschulen in Deutschland wurde am Mittwoch mit einem Festakt in Elmshorn gefeiert. Festredner waren unter anderem Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch und Bürgermeister Volker Hatje.

Günther hob die „bemerkenswerte Erfolgsgeschichte“ hervor: „Es ist das Verdienst der Wirtschaft in Norddeutschland, dass diese Hochschule mit ihren praxisnahen Studiengängen und exzellenten Studienbedingungen Teil unserer Hochschullandschaft ist.“ Die Landesregierung werde die Nordakademie auch künftig unterstützen, sagte Günther im Audimax vor mehreren hundert Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

Georg Plate, Vorstandsvorsitzender und Gründungsvater der Nordakademie, blickte zurück auf die Anfänge: „Eine in Deutschland einmalige Initiative aus Unternehmen und einem Arbeitgeberverband, Nordmetall, hatten die private Hochschule mit dem Ziel gegründet, Theorie und Praxis in einem anspruchsvollen Hochschulstudium zu verbinden“, sagte er. Der Standort sollte im Umfeld der Hansestadt Hamburg liegen. Es wurden Räume im ehemaligen ILO-Motorenwerk am Pinneberger Bahnhof gemietet. Die Studierenden halfen bei der Renovierung „ihres Hochschulgebäudes“ und demonstrierten im August 1992 für den Anerkennungsbescheid vor dem Landeshaus in Kiel. Der kam drei Monate später, zunächst probeweise für drei Jahre. Am 19. Februar 1993 wurde die Nordakademie mit einem Festakt im Pinneberger Rathaus eröffnet.

Die ersten 200 Studenten, die in 80 Kooperationsbetrieben ausgebildet wurden, nahmen das duale Studium des Wirtschaftsingenieurwesens auf. Sieben Monate nach der Eröffnung wurden auch Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik angeboten. „Die Hoffnung der Träger war, eines fernen Tages 100 Kooperationsbetriebe zu gewinnen und mit deren Hilfe 500 Studienplätze einrichten zu können“, so Plate. „Jetzt sind es 2200.“

Ein eigener Campus oder gar eine Mensa erschienen anfänglich unrealistisch. Wo sollten die dafür benötigten Millionen herkommen? Der Wissenschaftsrat begutachtete 1996 die Nordakademie und empfahl nicht nur die unbefristete Anerkennung, sondern auch die Förderung nach dem Hochschulbauförderungsgesetz. Damit konnte die Nordakademie die Hälfte der Kosten (rund acht Millionen DM) für einen eigenen Campus finanzieren. Die andere Hälfte sollte über Spenden finanziert werden. Nordmetall und die Fritz-Landmann-Stiftung sicherten durch ihre Millionenspenden endgültig die Finanzierung des Vorhabens.

Ein Grundstück fand der Hochschulleiter in Elmshorn auf dem Gelände der ehemaligen Landwirtschaftsschule, an dem Rektor Plate auf dem Heimweg zufällig vorbeikam. Auf den 18.000 Quadratmetern wichen drei Altbauten und eine „Brennnesselwüste“ dem neuen Campus mit Hauptgebäude und Audimax, der im August 1997 fertig wurde. Seither wurde immer wieder erweitert: Büro- und Seminarräume, Appartements für Studierende, ein neues Audimax, Sportplatz und Mensa kamen über die Jahre hinzu. Im September 2013 eröffnete die Nordakademie eine Zweigstelle im Hamburger Dockland, die Graduate School. „Das nächste Vierteljahrhundert kann kommen“, so der Vorstandsvorsitzende.