Pinneberg
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Ein neues Heim für Obdachlose soll her

Die Container an der Unterkunft an der Müssentwiete gibt es seit 1999. Der Zustand der Unterkunft ist desaströs, ein Neubau an der Elmshorner Straße soll die Situation entschärfen

Die Container an der Unterkunft an der Müssentwiete gibt es seit 1999. Der Zustand der Unterkunft ist desaströs, ein Neubau an der Elmshorner Straße soll die Situation entschärfen

Foto: Andreas Daebeler / HA

Nach Abendblatt-Bericht über desaströse Zustände in Containern könnte an der Elmshorner Straße ein Neubau entstehen.

Pinneberg.  Die Lebensbedingungen von Obdachlosen in der Stadt Pinneberg sollen verbessert werden. Das ist die Botschaft, die nach einer Sitzung des Sozialausschusses gesendet werden kann. Angedacht ist, marode Wohncontainer zu ersetzen – und einen schon länger geplanten Neubau hochzuziehen. Der sozialdemokratische Ratsherr Dieter Tietz hatte das Thema mit einer Anfrage auf die Agenda gebracht. Zuvor hatte das Abendblatt über desaströse Zustände in einer Containerunterkunft an der Müs­sentwiete berichtet.

Und die lassen wenig Spielraum für Interpretationen, davon kann sich jeder ein Bild machen. Die bei Regen matschige Zuwegung ist dieser Tage wegen des Frosts kaum ohne Sturz zu meistern. Eingeschlagene Fensterscheiben wurden notdürftig geflickt. Vor dem blauen Wohncontainer, der bereits seit 1999 auf einer Wiese an der Müssentwiete steht, liegen Kabel herum.

Tietz hat sich ein Bild gemacht. „Ich war dort“, sagt der sozialdemokratische Ratsherr, der die Stadtverwaltung mit einem Fragenkatalog konfrontierte. Unter anderem wollte Tietz wissen, ob die Stadt plant, für befestigte Wege zu sorgen. „Uns wurde Mittwoch mitgeteilt, dass die Containerunterkunft an der Müssentwiete trockenen Fußes zu erreichen ist“, sagte Tietz am Donnerstag. Allerdings habe die Stadtverwaltung eingeräumt, dass die Unterkunft als baufällig anzusehen sei. Ziel sei nun, die Container an der Müssentwiete zu erneuern und auf einem anderen Grundstück zu platzieren. Eine weitere Übergangsunterkunft am Hindenburgdamm solle sogar ganz aufgegeben werden.

Wichtigste Erkenntnis der Sitzung des Sozialausschusses dürfte sein, dass an der Elmshorner Straße ein neues Heim für Wohnungslose hochgezogen werden soll. „Dieses Projekt ist längst politisch beschlossen und war seit Jahren vorgesehen, aber das dafür vorgesehene Geld ist immer wieder woanders hin geflossen“, sagt Tietz. Entstehen soll der Neubau, der 2014 mit zehn Wohneinheiten geplant war, auf einem Grundstück in der Elmshorner Straße 193. Die Stadt geht laut Rathaussprecherin Maren Uschkurat derzeit von 600.000 Euro aus, die investiert werden müssten. Das Geld könnte 2019 in den Haushalt eingestellt werden.

Stephan Schmidt sitzt für die CDU im Sozialausschuss. „Es würde uns freuen, wenn an der Elmshorner Straße etwas passiert“, sagt er. Auch für die CDU sei wichtig, dass „vernünftige Unterkünfte nicht nur für geflüchtete Menschen, sondern auch für klassische Obdachlose vorgehalten werden“. Bürgermeisterin Urte Steinberg habe zugesagt, dass die Grundausstattung der städtischen Notunterkünfte verbessert werden solle. Aktuell gibt es in der Stadt Pinneberg 682 Menschen ohne festen Wohnsitz. Im Sommer 2016 waren es noch 747 Obdachlose gewesen.