Pinneberg
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Der Weg für Gert Prantners Hotel ist frei

Notar Boris Reski (l.), Bürgermeisterin Urte Steinberg und Thorsten Schütte vom Planungsbüro Premero unterzeichnen den Vertrag

Notar Boris Reski (l.), Bürgermeisterin Urte Steinberg und Thorsten Schütte vom Planungsbüro Premero unterzeichnen den Vertrag

Foto: Stadt Pinneberg / HA

Geplanter Baubeginn 2019: Ex-Vier-Jahreszeiten-Chef wird Betreiber in Pinneberg. Mehrzweckhallen-Plan sorgt für Protest.

Pinneberg.  Die Politik stimmte am Donnerstagabend zu. Am Freitag trocknete bereits die Tinte unter dem Vertrag. Pinneberg verkauft ein 20.000 Quadratmeter großes Grundstück auf dem Areal der ehemaligen Eggerstedt-Kaserne. Das Grundstücksgeschäft spült 2,5 Millionen Euro in die Stadtkasse. Käufer ist die Projektgesellschaft CEP aus Hamburg, die in der Parkstadt Eggerstedt ein Luxushotel mit mehr als 100 Betten hochziehen wird.

Baubeginn soll spätestens 2019 sein. Die Bauzeit wird mit 36 Monaten veranschlagt. Hinter dem Projekt stehen das Planungsbüro Premero und der Hamburger Kult-Hotelier Gert Prantner, der als Pächter und Betreiber auftreten wird. Das Hotel ist weiterer Baustein für das ehrgeizige Campus-Projekt, das von Marcel Graff, Geschäftsführer des Hamburger Bildungsträgers Wabe, initiiert worden war.

Graff hatte das Konzept für den Bildungscampus Anfang 2015 erstmals vorgestellt. Sein Projektplaner Thorsten Schütte vom Büro Premero hatte seinerzeit von bis zu 100 Millionen Euro gesprochen, die investiert würden. Die zu bebauende Grundfläche war auf 63.000 Quadratmeter taxiert worden. Hotelier Prantner, einst Direktor des angesehenen Hotels Vier Jahreszeiten in Hamburg, hatte schon 2015 zugesagt, als Betreiber des Hotelbetriebs zur Verfügung zu stehen. Das hat er vor einer Woche bei einem Besuch in Pinneberg noch mal bestätigt – und so Überzeugungsarbeit geleistet. Die Entscheidung für das Grundstücksgeschäft fiel am Donnerstagabend hinter verschlossenen Türen – mit deutlicher Mehrheit.

Pläne für eine bis zu 3500 Besucher fassende Mehrzweckhalle in Pinneberg rufen derweil Kritiker auf den Plan. Sie fürchten für deren Umsetzung einen Verkehrsinfarkt im südlichen Pinneberg. Und wollen die Idee schon begraben, bevor sich die Politik überhaupt damit beschäftigt hat. Im Internet wurde bereits eine Petition gegen den Bau einer solchen Halle in der Parkstadt gestartet. In den sozialen Netzwerken wird kontrovers diskutiert. Mahner, die von Größenwahn sprechen, sind ebenso zu finden wie Befürworter, die der Meinung sind, etwas Besseres könne dem Standort gar nicht passieren.

Vor einer Woche hatte das Abendblatt über neue Überlegungen für den Campus auf dem Gelände der Parkstadt Eggerstedt berichtet. Zuvor hatten Planer von Premero ihre Idee aus dem Hut gezaubert. Die Mehrzweckhalle, die um Gastronomie ergänzt werden könnte, würde den auf dem Areal der ehemaligen Eggerstedt-Kaserne entstehenden Bildungscampus komplettieren. Dort hat eine Internationale Schule des Hamburger Trägers Wabe bereits den Betrieb aufgenommen. Eine Akademie für Erzieher, ein Internat sowie ein Boardinghaus sind ebenfalls geplant. Auch ein Schwimmbad ist entgegen anderslautender Gerüchte weiterhin Bestandteil des Konzepts. Eine Kita der Wabe gibt’s in der Parkstadt schon. Hinzu kommt nun Gert Prantners Hotelbetrieb.

Bei Premero wollte man sich gestern auf Abendblatt-Anfrage nicht äußern. Prantner war da deutlich gesprächiger: „Es geht voran, wir wollen den Standort Pinneberg langfristig aufwerten.“ Er rechne mit dem Baubeginn noch in 2018. Die Qualität der Herberge werde im Bereich eines Fünfsterne-Hauses liegen. Und der Name? Womöglich Steigenberger. „Aber endgültig möchte ich mich noch nicht festlegen“, so Prantner. Aktuell ist der Ex-Vier-Jahreszeiten-Chef in mehrere Projekte eingebunden, wie er bestätigt. So sei ein Hotelbau in Ratzeburg in Planung. Auch in Lauenburg ist Vergleichbares geplant. Sein neues Nordport-Plaza in Norderstedt hat bereits den Betrieb aufgenommen – es wurde ebenfalls mit Premero realisiert.

Wirtschaftförderer Stefan Krappa begrüßt die Entwicklung: „Die Parkstadt ist eine Erfolgsgeschichte. Die Komponenten des Campus-Projekts erzeugen Synergien und werden eine Einheit aus Bildung, Freizeit und Gewerbe schaffen. Parkstadt und Campus entfalten eine Strahlkraft in die gesamte Metropolregion und bieten Chancen, weitere Investoren zu begeistern.“