Pinneberg

Ampel kaputt: Verkehr fließt besser als zuvor

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Rainer Burmeister
In Pinneberg ist an der Kreuzung An der Berufsschule/Bahnhofstraße die Ampel außer Betrieb. Den Verkehrsfluss beeinträchtigt das kaum, ganz im Gegenteil

In Pinneberg ist an der Kreuzung An der Berufsschule/Bahnhofstraße die Ampel außer Betrieb. Den Verkehrsfluss beeinträchtigt das kaum, ganz im Gegenteil

Foto: Rainer Burmeister / HA

Wird Signalanlage auf Kreuzung An der Berufsschule/Bahnhofstraße in Pinneberg nach der Reparatur zeitweise abgeschaltet?

Pinneberg.  Kann weniger manchmal mehr sein? Es geht um Rot, Gelb und Grün – und das ist diesmal nicht politisch gemeint: In Pinneberg gibt es seit nunmehr schon sechs Wochen eine betriebsbereite Ampelanlage weniger. Doch der Verkehrsfluss im Kreuzungsbereich ist dennoch kaum beeinträchtigt. Im Gegenteil: Seitdem die Ampel-Elektronik zum Jahreswechsel von einem Silvesterböller schachmatt gesetzt worden ist, geht es zumindest im Verlauf des vorfahrtsberechtigten Straßenzugs An der Berufsschule/Bahnhofstraße deutlich zügiger voran als zuvor.

Was viele Benutzer dieser Hauptverbindungsstraße, die über eine sogenannte abgeknickte Vorfahrt an den südlichen Teil der Bahnhofstraße anschließt, als Vorteil empfinden, erfordert für die übrigen Verkehrsteilnehmer allerdings etwas mehr Aufmerksamkeit. Denn sie müssen auf der zur Kreuzung gehörenden Moltkestraße sowie auf der nördlichen Bahnhofstraße entsprechend der Beschilderung Vorfahrt gewähren.

Doch das funktioniert, abgesehen von Verkehrsspitzenzeiten, meist mit geringeren Wartezeiten als davor mit den noch intakten Ampeln. Die waren nämlich nicht nur verkehrsabhängig gesteuert, sondern verfügten zusätzlich noch über ein Programm für die sogenannte Busbevorzugung. Mit einer solchen Marathon-Grünphase wurde sichergestellt, dass der sich nähernde Busverkehr ohne Verzögerung die Knick-Kreuzung passieren konnte. Die anderen Verkehrsteilnehmer mussten dann lange Wartezeiten vor den Rotlichtampeln erdulden.

Dass nun ohne Ampel der Verkehr meistens harmonischer abgewickelt wird, ist nicht zu übersehen und auch schon einem Fußstreife gehenden Polizisten aufgefallen, dessen Name nichts zur Sache tut. Also nichts wie weg mit der Ampel und die Erneuerung der 6000 Euro teuren Steuerungselektronik sparen? „So einfach ist das nicht“, sagt Bauamtschef Klaus Stieghorst. Denn derzeit würden die schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer benachteiligt. Tatsächlich gibt es im Kreuzungsbereich keine intakte Fußgängerampel. So müssen die Passanten Verkehrslücken abpassen, um die Fahrbahnen überqueren zu können. Deshalb soll die bisherige Ampeltechnik auch wieder in Gang gesetzt werden. Der Bauamtsleiter rechnet zurzeit damit, dass die Anlage in zwei bis drei Wochen wieder funktionieren könnte.

Auch Bürgermeisterin Urte Steinberg hat schon bemerkt, dass der Verkehr auch ohne Lichtzeichenanlage ganz gut läuft. Deshalb regt die Rathauschefin an, Kontakt zu den Anliegern wie Kirche und Berufsschule sowie Verkehrsbetrieben und Polizei aufzunehmen, um über mögliche Veränderungen zu beraten. Nicht ausschließen möchte Steinberg, dass die Ampelanlage im Tagesverlauf zeitweise abgeschaltet werden könnte.

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