Pinneberg
Kreis Pinneberg

Baumschuler fordern Entschädigungsfonds

BdB-Landeschef Axel Huckfeldt (r.) mit Geschäftsführer Frank Schoppa

BdB-Landeschef Axel Huckfeldt (r.) mit Geschäftsführer Frank Schoppa

Foto: Burkhard Fuchs / HA

Hauptversammlung des schleswig-holsteinischen Landesverbandes im Bund deutscher Baumschulen in Ellerhoop mit durchwachsener Bilanz.

Kreis Pinneberg.  Der langanhaltende Dauerregen macht den 250 Baumschulbetrieben im Land das Arbeiten schwer. Das sagte der frisch im Amt bestätigte Landesvorsitzende Axel Huckfeldt des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) auf der Mitgliederversammlung im Gartenbauzentrum Ellerhoop.

„Wir haben 50 Prozent mehr Regen zu verkraften als normal“, sagte Huckfeldt. Das verlange nicht nur den 3000 Mitarbeitern der grünen Branche allerhand ab. Es führe auch dazu, dass viele Betriebe nicht pflanzen und Aufträge verschieben oder absagen müssten. „Dann machen wir mehr Kaminholz und Biomasse“, sagte der Landesvorsitzende vor zahlreichen Gästen aus Politik und Verwaltung.

Ohnehin befände sich die Branche in einem Strukturwandel. Dieser sei aber nicht so dramatisch wie das Statistische Landesamt mit seinen neuesten Zählungen darstelle, so Huckfeldt. Zwar sei die Mitgliederzahl rückläufig. Das Statistikamt hatte zu Beginn des Jahres von noch 200 Baumschulbetrieben im Kreis Pinneberg mit etwa 3000 Hektar Fläche gesprochen.

„Aber die bewirtschaftete Anbaufläche schrumpft nicht“, betonte der BdB-Landesvorsitzende. Das wisse er von den nicht sinkenden Mitgliedsbeiträgen, die sich nach der Anbaufläche richteten. „Unser Produkt ist ohnehin das beste im Kreis Pinneberg“, ist Huckfeldt überzeugt, der in Horst bei Elmshorn eine Baumschule betreibt. Ein großes Problem sei der bürokratische Aufwand beim Pflanzenschutz, klagte Huckfeldt. So gebe es in Deutschland gleich vier Behörden, die bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln ein Wörtchen mitzureden hätten. In anderen Ländern sei dies nur eine Stelle. Das führe zu Bearbeitungszeiten von bis zu zwei Jahren. Zwar habe der biologische Pflanzenschutz noch Ausbaupotenzial, sagte Huckfeldt. „Aber der Pflanzenschutz muss funktionieren. Wir leben davon. Ein gewisses Maß an chemischem Pflanzenschutz muss erhalten bleiben.“

Unterstützung erhielt der BdB dabei von Jens Pistorius von der Bundesforschungsanstalt in Braunschweig. Dieser stellte in seinem Vortrag dar, dass ein vernünftiger Umgang mit Pflanzenschutz, insbesondere mit Herbiziden und Fungiziden, dem Schutz der Bienen nicht widersprechen müsse. „Bienen sterben nicht aus, solange es Imker gibt“, sagte der Leiter des Fachinstituts für Bienenschutz.

Darum lehne der BdB auch Steuern auf Pflanzenschutzmittel ab, sagte der Landesvorsitzende Huckfeldt und forderte stattdessen einen Entschädigungsfonds für die Baumschulwirtschaft. So könnten Betriebe, die von Schadinsekten wie dem Borkenkäfer heimgesucht und unter Quarantäne gestellt würden, schnell in ihrer Existenz bedroht sein.

Ein solcher Entschädigungsfonds müsse ähnlich wie für die Schweinezuchtbetriebe wegen der drohenden Schweinepest bundes- oder europaweit zum Schutz der grünen Branche angelegt werden.