Pinneberg
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Rasante Krimi-Komödie im Hotel Cap Polonio

Beim Spiel mit vielen Türen zählt vor allem eines für das Ensemble der Musical Company: Gutes Timing

Beim Spiel mit vielen Türen zählt vor allem eines für das Ensemble der Musical Company: Gutes Timing

Foto: Elvira Nickmann / HA

Beim neuen Stück „Der nackte Wahnsinn“ der Pinneberger Musical-Company greifen Abläufe wie bei einem Uhrwerk ineinander.

Pinneberg.  „Der nackte Wahnsinn“ – so lautet der Titel des neuen Stücks der Pinneberger Musical-Company. Der Name ist Programm, denn was die Schauspieler bei der Premiere am Donnerstag, 2. November, von 19.30 Uhr an auf die Bühne des Hotels Cap Polonio bringen, ist ein irrwitziges Chaos mit rasanten Schnitten: Eine Komödie, die für das Ensemble so herausfordernd zu spielen wie amüsant für das Publikum ist.

Auch zehn Tage vor der Premiere geht es bei den Proben in der Aula der Grund- und Gemeinschaftsschule Pinneberg hoch her. Action auf und vor der Bühne, gerade stöckelt Schauspielerin Anna Beier gekonnt in hohem Tempo auf Highheels die Treppen zur Bühne hoch und wieder runter. Requisiten sind im Raum verteilt, teils dienen sie als Platzhalter wie Stühle für das später bei Aufführungen an dieser Stelle platzierte Sofa. Die abgestimmte Choreografie des Ablaufs verlangt perfektes Timing. Türen müssen zur exakt richtigen Zeit geöffnet werden und Requisiten sich am rechten Ort befinden.

Regieanweisungen nehmen breiten Raum ein in der Boulevardkomödie des Autors Michael Frayn, die inhaltlich auf zwei verschiedenen Ebenen spielt. Er lässt die Zuschauer teilhaben an den Erlebnissen eines eher semi-guten Tourneetheater-Ensembles, das sich durch die Generalprobe des Bühnenstücks „Nackte Tatsachen“ quält, sich hinter der Bühne mit Gruppendynamik und zwischenmenschlichen Problemen herumschlagen muss und die Aufführung schließlich auf seine ganz spezielle Art bewältigt. Zur Darstellung der verschiedenen Perspektiven des Geschehens vor, auf und hinter der Bühne hat die Musical-Company sich einiges einfallen lassen, etwa eine Bühne über zwei Ebenen und ein Bühnenbild, das sich um 180 Grad drehen lässt.

Nach dem ersten Akt geht Regisseur Heiko Schnorrenberger akribisch die Rollen durch, mahnt mal eine zackigere Bewegung an, mal mehr Schnelligkeit und größere Präsenz. Zur Perfektionierung seines furiosen Spiels bleibt dem Ensemble nicht mehr viel Zeit. Doch verfügt es über die wichtigsten Voraussetzungen: fokussierte Konzentration, darstellerisches Können und ganz viel Leidenschaft.

Theater: 2.-5.11. und 8.-11.11., 19.30 Uhr (So 17 Uhr), Cap Polonio, Fahltskamp 48, Karte 12/9 Euro, Vvk.: Bücherwurm, Dingstätte 24 oder www.musical-company.net