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Kreis Pinneberg

Gemeinde Helgoland erwirbt Grund vom Bund

Vertreter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und der Gemeinde Helgoland zeigen sich erfreut über die Perspektiven für die Nordseeinsel

Vertreter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und der Gemeinde Helgoland zeigen sich erfreut über die Perspektiven für die Nordseeinsel

Foto: Gemeinde Helgoland / HA

Die Kommune verfügt damit über gut 185.000 Quadratmeter neue Entwicklungsflächen für Hafennutzung und Wohnbebauung auf der Insel.

Helgoland.  Auf Helgoland wechseln etwa 20 Prozent der Grundstücksflächen den Eigentümer. Vertreter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und der Gemeinde Helgoland haben sich jetzt getroffen, um das Projekt, das über fünf Jahre vorbereitet wurde, abzuschließen. Hierbei handelt es sich um insgesamt 185.343 Quadratmeter im Südhafen, Baulandflächen am Leuchtturm und Freiflächen im Ober- und Mittelland. Im gleichen Zeitraum haben private Käufer 11.792 Quadratmeter Flächen von der BImA erworben.

Eine Summe für den Kaufpreis zu benennen sei nicht ganz einfach, so Bürgermeister Jörg Singer. Die Preise lagen zwischen marktüblichen 300 bis 400 Euro pro Quadratmeter, einige Flächen seien aber wegen Kampfmittelbelastung und der damit verbundenen teuren Räumung zu einem symbolischen Preis übereignet worden. Die wechselvolle Geschichte Helgolands ist der Grund, dass die Bundesrepublik noch bis vor kurzem größter Grundstückseigentümer auf der Nordseeinsel war. 2013 hat die Gemeinde begonnen, Liegenschaften und Baugrund vom Bund zu erwerben.

Beim „Helgoland-Gipfel“ in Berlin Weichen gestellt

Nach dem Bürgerentscheid im Jahr 2011 mit dem Nein zu Landgewinnung und Verbindung von Hauptinsel und vorgelagerter Düne „war für uns klar“, so Bürgermeister Singer, „nach neuen Entwicklungsflächen auf den beiden Inseln zu suchen“.

2012 lud der Bundestagsabgeordnete Ole Schröder (CDU) zu einem eigens einberufenen „Helgoland-Gipfel“ nach Berlin mit hochrangigen Vertretern der BImA sowie der Gemeinde Helgoland ein, um den Verkauf von in Bundesbesitz befindlichen Grundstücken an die Gemeinde in die Wege zu leiten.

Gemeinsam mit der BImA und der Gemeinde Helgoland sei dabei ein Kurs gesteckt worden, so Singer, der es der Insel ermöglichen sollte, die Nutzung der Häfen zu verbessern und für die Helgoländer neuen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. In diesem Zuge wurden Böden begutachtet, Risiken bei etwaigen Kampfmittelverdachtsflächen abgewogen und Verträge verhandelt. Allein bei der Baureifmachung des Südhafengeländes musste das Gelände mehr als zehnmal vorsorglich evakuiert werden, berichtet Singer. „Mittlerweile sind alle bebaubaren Grundstücke in einem kampfmittelfreien Zustand.“

Raymund Karg von der BImA zeigte sich erfreut, dass es gelungen sei, mit der Gemeinde drei bedeutende Immobilienpakete zu schnüren und so die Entwicklung der Insel zu unterstützen.

„Die Zukunft Helgolands wird vor allem auch davon abhängen, ob ausreichend Wohnraum für eine wachsende Insel entsteht. Mit dem Treffen ist nun ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht“, ergänzte Ole Schröder.

„Die nächsten Meilensteine liegen für uns zum Greifen nah“, sagte Singer. Für Bau und Betrieb des zukünftigen Südhafenterminals sei die Kooperation mit dem Unternehmen Plambeck notariell beurkundet worden. Im Spätsommer werde der Gemeinderat die Vergabeentscheidung für den Bau von Wohnungen am Leuchtturm treffen. Der durchs Rathaus ermittelte Bedarf liege bei etwa 150 Wohneinheiten. Nach den Herbstferien soll das Bauprogramm für beide Vorhaben beginnen.