Pinneberg
Ortsgeschichte

Dieser Mann weiß alles über Rellingens Markt

Wieland Witt freut sich, dass nun per Erinnerungstafel auf dem Rellinger Sankt-Margarethen-Markt hingewiesen wird

Wieland Witt freut sich, dass nun per Erinnerungstafel auf dem Rellinger Sankt-Margarethen-Markt hingewiesen wird

Foto: Rainer Burmeister / HA

Wieland Witt hat die Zeit um das Jahr 1250 erforscht, als eine achttägige Messe Besucher aus dem ganzen Norden nach Rellingen lockte.

Rellingen.  Die erste urkundliche Erwähnung des Rellinger Sankt-Margarethen-Markts stammt aus dem Jahr 1255. Im Vergleich dazu ging es recht zügig, als „nur“ ein Jahr nach Beratung und Beschlussfassung in gemeinsamer Sitzung des Kultur- und Bauausschusses nun im Mai 2016, also 761 Jahre später, eine Erinnerungstafel installiert wurde. Die Initiative zur Würdigung des Ereignisses ging von Wieland Witt aus. Der langjährige Vorsitzende des Heimatvereins freut sich, dass jetzt an einer Mauer neben der Grünfläche an der Kirchenstraße mit der von ihm entworfenen Tafel auf den Margarethenmarkt hingewiesen wird.

„Der Markt war damals mehr eine Messe, die acht Tage lang von Sonntag bis Sonntag rund um den St. Margarethentag am 13. Juli dauerte“, erläutert der Heimatforscher. Was die meisten Rellinger kaum wissen dürften: Die Handelsmesse galt damals als bedeutendste Marktwoche nördlich der Elbe. Händler kamen von weither, einige sogar aus Flensburg, um ihre Waren wie Tonkrüge, Nägel und Bettwäsche auf dem Markt bei der Kirche der Kundschaft anzubieten.

Die erste urkundliche Erwähnung von 1255 geht darauf zurück, dass die damals mächtigen Ritter Heinrich und Otto von Barmstede die Gerichtshoheit über Rellingen und Barmstedt an das Hamburger Domkapitel verkauften. Allerdings behielten die Rittersleut sich für den achttägigen Markt weiterhin die eigene Gerichtsbarkeit vor. Damit brachten ihnen Strafgelder wegen Ausschreitungen vieler Art während des Marktgeschehens noch erfreuliche Nebeneinnahmen.

Als bedeutsam bezeichnet Wieland Witt die Tatsache, dass mit der schon lange vorher ausgeübten Marktwoche Rellingen bereits damals als Mittelpunkt des Kirchspiels eine zentrale wirtschaftliche Funktion in der Region hatte.

Vortrag: Wer mehr über den Sankt-Margarethen-Markt und Rellingens Bedeutung vor mehr als 700 Jahren erfahren möchte, sollte am kommenden Montag, 6. Juni, das Turnerheim, Hohle Straße 14, besuchen. Dort wird Heimatforscher Wieland Witt von 19 Uhr an aus dieser Zeit berichten. Der Eintritt zu dem Vortrag ist frei.