Pinneberg
Kreis Pinneberg

Die Volksbank will beim Geldsammeln helfen

Die Volksbank-Vorstände mit ihren ersten „Crowdfunding“-Projekten

Die Volksbank-Vorstände mit ihren ersten „Crowdfunding“-Projekten

Foto: Burkhard Fuchs

Gemeinnützige Projekte aus der Region können um Spenden auf einer „Crowdfunding“-Seite werben. Diese wird vom Geldinstitut betrieben.

Kreis Pinneberg.  Sportvereine, Schulen, Kindergärten, Kulturträger, Umweltinitiativen, Feuerwehren und soziale Einrichtungen können jetzt mit Hilfe der Volksbank Pinneberg-Elmshorn Projekte realisieren, die sie sich mit eigenen Mitteln nicht leisten könnten. Die Genossenschaftsbank hat als erstes Kreditinstitut im Kreis Pinneberg eine „Crowdfunding“-Plattform geschaffen, die im Internet zu Spenden für konkrete Projekte aufruft. Einzige Bedingung: Sie müssen gemeinnützig sein. „Wir fördern keine kommerziellen Vorhaben“, betont Volksbank-Vorstand Uwe Augustin. „Für uns passt das zu unserer genossenschaftlichen Philosophie: einer für alle, alle für einen.“

Die ersten zwei Projekte gibt es bereits, die auf www.für-unsere-region.de im Internet öffentlich beschrieben werden: Der katholische Kindergarten in Quickborn braucht 6000 Euro für neue Spielgeräte für die Krippenkinder, wirbt Kita-Leiterin Nadine Kube um Unterstützung. „Den Aufbau machen wir in Eigenarbeit mit den Eltern.“ Und der Eisstock-Club Klein Nordende mit seinen 16 aktiven Mitgliedern möchte neben dem Bolzplatz an der Grundschule eine ebene Übungsfläche für den Sommer anlegen, erläutert Vorsitzender Karl Heinz Hildebrand. „Dafür brauchen wir nach Abzug aller Zuschüsse noch 3000 Euro.“

Darüber hinaus könnten noch viele andere gemeinnützige Organisationen aus dem Kreis Pinneberg für ihre Aktionen oder Vorhaben um Spendengelder werben, sagt Volksbank-Vorstand Stefan Witt.

Und so funktioniert es: Zunächst müssen die Vereine ihre Projekte, für die sie um Spendengelder werben wollen, auf der „Crowdfunding“-Seite der Volksbank anmelden. Die prüfe dann, ob es sich wirklich um ein gemeinnütziges Vorhaben handelt und schaltet es dann online. Nun muss der Antragsteller zunächst um Fans werben, die es gut finden und unterstützen würden. Bis zu 1000 Euro werden 25 Fans benötigt, bis 5000 Euro 50 Fans und darüber hinaus 100 Fans. Jeder Unterstützer muss sich ebenfalls auf der Projektseite mit Namen und E-Mail-Adresse registrieren lassen, damit es nachvollziehbar bleibt, erläutert Steffen Friedrich von der Volksbank das Verfahren. Innerhalb von zwei Wochen müsse die geforderte Anzahl der Fans vorhanden sein, sonst verschwindet das Projekt wieder von der „Crowdfunding“-Seite. Ist es gelungen, haben die Vereine jetzt zwölf Wochen Zeit, die gewünschte Summe bei den privaten Spendern einzusammeln. Wird die Summe erreicht oder übertroffen, wird das Geld ausgezahlt, und das Projekt kann verwirklicht werden. Falls nicht, erhält jeder Spender sein Geld zurück. Die Spendengelder können im Online-Verfahren bezahlt oder der Überweisungsträger von der Homepage ausgedruckt und dann am Bankschalter überwiesen werden. Auch die Volksbank will sich an jedem Projekt mit einem gewissen Betrag finanziell beteiligen, kündigt Augustin an.

„Jeder kann mitmachen“, betont der Volksbank-Vorstand. „Nicht nur unsere 90.000 Kunden. Aber die sind schon eine große Fangemeinde.“

In Schleswig-Holstein habe die Investitionsbank vor einem Jahr als erstes Kreditinstitut landesweit eine solche „Crowdfunding“-Plattform eingerichtet. Die Volksbanken in Husum und Lübeck seien bei den Genossenschaftsbanken die Vorreiter im Land, stellte Marketingchef Volker Großmann dar. So hat in Husum ein Musikverein 790 Euro für einen neuen Notenständer eingesammelt, der eigentlich 625 Euro kosten sollte. Projekt gelungen. Großmann: „Unser Motto ist: Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele.“