Pinneberg
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Stadt muss 1,25 Millionen Euro für DRK-Heim zahlen

Im Streit um das ehemalige Alten- und Pflegeheim des Deutschen Roten Kreuzes in Pinneberg, hat das Landgericht ein Urteil gefällt

Im Streit um das ehemalige Alten- und Pflegeheim des Deutschen Roten Kreuzes in Pinneberg, hat das Landgericht ein Urteil gefällt

Foto: Burkhard Fuchs

So entschied das Landgericht Itzehoe. Die Stadt Pinneberg soll das Geld für das Gebäude an das Deutsche Rote Kreuz zahlen.

Pinneberg.  Das Landgericht Itzehoe hat am Mittwoch ein Urteil im Streit um das DRK-Grundstück am Rehmen in Pinneberg gefällt. Das bestätigte Gerichtssprecher Philipp Terhorst auf Abendblatt-Anfrage. Demnach hat die Stadt zwar ein Anrecht auf Rückübertragung des 1963 dem Roten Kreuz überlassenen Grundstücks. Hoffnungen von Politikern, das für Bauherren attraktive Areal am Rande des Stadtwalds Fahlt kostenlos zurückzubekommen, haben sich nach dem Spruch des Landgerichts jedoch zerschlagen. Vielmehr soll die Stadt 1,25 Millionen Euro an das Deutsche Rote Kreuz zu zahlen. Das sei der ermittelte Sachwert des Gebäudebestands, den es zu entschädigen gelte.

Das Urteil ist nur der Gipfel einer Kontroverse, die im Jahr 2012 ihren Anfang genommen hatte. Pinnebergs Politiker hatten dem Roten Kreuz nach Schließung des Altenheims zunächst den Bau von Sozialwohnungen am Standort verwehrt. Dennoch hatte das DRK 2015 angeboten, das Gelände für einen Kaufpreis von 750.000 Euro abzugeben, um der Stadt Pinneberg die Unterbringung von bis zu 150 Asylbewerbern zu ermöglichen. Nach viel Hickhack hatte die Politik sich gegen den Deal entschieden – und dem DRK sogar Wucher vorgeworfen. Das Landgericht sieht es offenbar anders.

DRK-Geschäftsführer Reinhold Kinle bewertet das Urteil als Erfolg: „Das bestärkt uns in unserer stets vertretenen Rechtsauffassung.“ Pinnebergs Bauamtsleiter Klaus Stieghorst kommentierte das Urteil am Mittwoch zurückhaltend. Die Feststellung, dass das Grundstück an die Stadt zurückgegeben werden müsse, bezeichnete er als „Teilerfolg“. Die festgelegte „Ablöse“ von 1,25 Millionen Euro sei erst zu bewerten, wenn die Urteilsbegründung vorliege. „Dann werden wir entscheiden, ob wir Rechtsmittel einlegen“, so der Bauamtschef.