Pinneberg
Schenefeld

225.000 Euro Mehrkosten für Kita-Anbau

Schenefelds Kita-Anbau wird deutlich teurer als erwartet

Schenefelds Kita-Anbau wird deutlich teurer als erwartet

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Kosten um 50 Prozent gestiegen. Grund dafür sind Planungsfehler der Bauexperten. Andere Projekte könnten darunter leiden.

Schenefeld.  Die fetten Zeiten sind im finanziell vergleichsweise komfortabel aufgestellten Schenefeld wohl noch nicht vorbei. Aber es wird spürbar enger. Das wurde bei der Debatte um die geplante Aufstockung des Horts am Wurmkamp im Ausschuss für Bauen und Feuerwehr deutlich. 400.000 Euro hatten die Politiker für diese Maßnahme, die sie als absolut vordringlich werten, in den Haushalt 2016 eingestellt.

Doch aufgrund von Fehlplanungen explodierten die Kosten. 625.000 Euro veranschlagen die Planer mittlerweile, 50 Prozent mehr als ursprünglich vorgesehen. Die Bauexperten der Schenefelder Verwaltung vergaßen sowohl einen vorgeschriebenen zweiten Rettungsweg als auch die Maßnahmen für einen barrierefreien Zugang zum Obergeschoss einzukalkulieren.

„Das war ein grober Fehler unsererseits“, räumte Bauamtsmitarbeiterin Gundula Hagen-Gudella ein. Dass eine Barrierefreiheit selbst im zweiten Stock gegeben sein müsse, habe man allerdings zu dem frühen Zeitpunkt der Planungen nicht wissen können. Ausschussmitglied Dennis Witte (Bürger für Bürger, BfB) genügte das nicht: „Für mich ist eine solche Kostensteigerung nicht mehr nachvollziehbar, wir haben doch Fachleute im Rathaus.“

Eine Differenz von 225.000 Euro für ein zeitlich so drängendes Projekt – am 1. August 2016 soll der Erweiterungsbau nach Möglichkeit bezugsfertig sein – hätten Schenefelds Politiker bislang mit dem Verweis auf den Nachtragshaushalt durchgewinkt. Nicht so diesmal. Anders als in den Vorjahren sei es nicht selbstverständlich, dass der Kreis einen Schenefelder Nachtragshaushalt automatisch genehmige, warnte Andreas Bothing, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen und Umwelt. Dafür seien die Stadtfinanzen nicht mehr solide genug. „Es wird langsam kritisch. Wir haben für Investitionen nur noch sehr kleine Spielräume.“ Die Politiker müssen jeden zusätzlich investierten Euro aus einer anderen Maßnahme abziehen.

Photovoltaikanlage könnte verschoben werden

In den Sparfokus rückte diesmal vor allem die geplante Photovoltaik-Anlage auf den Dächern von Sporthalle und Forum. Die 100.000 Euro teure Herzensangelegenheit von Grünen-Ratsherr Michael Behrens könnte zugunsten des Horts erneut verschoben werden. Dafür plädierten Verwaltung und Christdemokraten angesichts der ohnehin anstehenden Sanierung der Schul- und Hallendächer. Auch die von Kai Harders (SPD) vorangetriebene Sanierung der örtlichen Kanalsysteme, für die 500.000 Euro veranschlagt sind, könnte Federn lassen (62.800 Euro). Die restliche Summe bringt die Stadt über nicht abgerufene Investitionsreste aus dem Haushalt 2015 auf.

Nach zähem Ringen nahmen die Politiker die Kostenplanung der Verwaltung zustimmend zur Kenntnis und beauftragten die städtischen Finanzplaner, die konkrete Gegenfinanzierung zu entwickeln. Grünen-Ratsherr Mathias Schmitz brachte das Dilemma auf den Punkt: „Wir verlieren einfach zu viel Zeit, wenn wir eine Entscheidung verschieben.“