Pinneberg
Kreis Pinneberg

Reisekosten: Kreispräsident muss zum Rapport

Kreispräsident Burkhard E. Tiemann steht wegen der Reise in der Kritik

Kreispräsident Burkhard E. Tiemann steht wegen der Reise in der Kritik

Foto: Eike Pawelko

Im Herbst 2015 fuhr Burkhard E. Tiemann nach Polen – auf Kosten des Kreises. Das war nicht mit dem Kreistagspräsidium abgesprochen.

Kreis Pinneberg.  Die Polen-Reise von Kreispräsident Burkhard E. Tiemann im Herbst 2015 zieht jetzt weitere Kreise. SPD, Grüne und FDP fordern eine Sondersitzung des Ältestenrates des Kreistags, um aufzuklären, ob der CDU-Politiker im Auftrag des Kreises Pinneberg im polnischen Kreis Cziezyn war und zu Recht 800 Euro Reisekosten abgerechnet hat. Oder ob es sich um eine Privatreise handelte, weil Tiemann sich selbst eingeladen hatte. Fest steht, wie berichtet, dass weder Kreistagspräsidium noch Ältestenrat vorher über Ambitionen und Absicht Tiemanns informiert waren, Kontakte nach Polen zu knüpfen.

„Es besteht dringender Handlungsbedarf, die Hintergründe und offensichtlichen Widersprüche über die Reise aufzuklären“, begründen die Fraktionschefs Hannes Birke (SPD) Thomas Giese (Grüne) und Klaus G. Bremer (FDP) ihren Antrag auf die Sondersitzung nach den Osterferien im April. Es müsse aufgeklärt werden, ob die Erstattung der Reisekosten rechtmäßig war und ob Tiemann „wissentlich auf die Beteiligung der Kreisgremien an der Anbahnung einer Partnerschaft verzichtet“ habe. Nur der Kreistag hätte ihn dazu beauftragen können. Es sind bereits Rücktrittsforderungen gegen Tiemann laut geworden.

Unterstützung von Parteifreunden

CDU-Kreisvorsitzender Ole Schröder dagegen stützt seinen Parteifreund. In Anbetracht der angespannten Situation in Europa sei ein „Austausch zwischen Deutschland und Polen besonders wichtig“. Schröder fordert, dass Parteien und Verantwortungsträger im Kreis Tiemanns Einsatz ebenfalls unterstützen. „Wir haben uns hier immer als weltoffener Teil der Metropolregion Hamburg verstanden und dies auch zur Grundlage unserer Arbeit gemacht. Ich fände es höchst problematisch, wenn wir uns nicht mehr als Teil Europas sehen und uns nur noch mit uns selbst beschäftigen.“