Pinneberg
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SPD-Ratsherr schwärzt Bürgermeisterin an

In politischen Sitzungen weht Urte Steinberg angesichts stockender Schulsanierungen und Finanzchaos ohnehin ein eisiger Wind um die Nase

In politischen Sitzungen weht Urte Steinberg angesichts stockender Schulsanierungen und Finanzchaos ohnehin ein eisiger Wind um die Nase

Foto: Andreas Daebeler / HA

Nächste Ohrfeige für Pinnebergs Bürgermeisterin: Gegen Urte Steinberg liegt eine Dienstaufsichtsbeschwerde der Schulallianz vor.

Pinneberg.  Gegen Pinnebergs Bürgermeisterin liegt eine Dienstaufsichtsbeschwerde der Schulallianz vor. In politischen Sitzungen weht Urte Steinberg angesichts stockender Schulsanierungen und Finanzchaos ohnehin ein eisiger Wind um die Nase. Jetzt folgt die nächste Ohrfeige – und zwar aus Reihen der SPD, die Steinberg noch vor drei Jahren in ihrem Wahlkampf um das Spitzenamt in der Kreisstadt unterstützt hatte. Sozialdemokrat Gerhard Thomssen hat sich mit einer schriftlichen Beschwerde an das schleswig-holsteinische Innenministerium gewandt.

Thomssen wirft Steinberg vor, ihm seit 18. Februar geforderte Akteneinsicht zu verweigern. In den Unterlagen, die der SPD-Mann so gern sähe, geht es um den Verkauf von Flächen auf dem Areal der Eggerstedt-Kaserne an den Hamburger Bildungsträger Wabe. Die Wabe hat den vereinbarten Kaufpreis für Grundstücke nur teilweise gezahlt und soll einen Preisnachlass verlangen. Seit Monaten wird hinter den Kulissen gepokert. „Es geht um Fakten, die für meine Entscheidungsfindung und die Arbeit der Fraktion wichtig sind“, so der Sozialdemokrat, der in Pinneberg den Ausschuss für Stadtentwicklung leitet. Bereits am 27. Januar hatte Thomssen einen Fragenkatalog zum Thema formuliert. Auch auf die Fragen habe er trotz von ihm gesetzter Frist bis heute keine Antworten erhalten.

Gerhard Thomssen fordert die Kommunalaufsicht des Landes auf, Steinberg an die Kandare zu nehmen. „Ich erwarte, dass die Bürgermeisterin angewiesen wird, mir Akteneinsicht zu gewähren“, so der Sozialdemokrat am Montag. Ihm werde schließlich verwehrt, seine Rechte als Mitglied der Ratsversammlung wahrzunehmen. Rathaussprecher Marc Trampe kündigte am Montag an, dass „unverzüglich Akteneinsicht gewährt wird“. Die Beantwortung des Fragenkatalogs sei „wegen des Arbeitsdrucks im Rathaus“ nicht möglich gewesen.