Pinneberg
Freizeit

Uetersen will Hallenbad künftig kürzer öffnen

Das große Schwimmbecken im Uetersener Schwimmbad wird von Sommer 2016 an saniert. Parallel wird eine neuer Nutzungsplan eingeführt. Er sieht vor, dass das öffentliche Schwimmen um acht Stunden reduziert wird

Das große Schwimmbecken im Uetersener Schwimmbad wird von Sommer 2016 an saniert. Parallel wird eine neuer Nutzungsplan eingeführt. Er sieht vor, dass das öffentliche Schwimmen um acht Stunden reduziert wird

Foto: Fabian Schindler

Stadt muss Ausgaben senken. Neuer Betriebsplan soll von 2017 an gelten. Das Schwimmerbecken der Jürgen-Frenzel-Halle wird saniert.

Uetersen.  Uetersen plant, von 2017 an die Öffnungszeiten des Hallenbades drastisch einzuschränken. Voraussichtlich von Juli bis zum Jahresende soll die Schwimmhalle sogar ganz geschlossen bleiben – wegen einer anstehenden Sanierung.

Für die verkürzten Öffnungszeiten gibt es zwei Gründe. Zum einen ist die verschuldete Stadt gezwungen, im Zusammenhang mit der Haushaltskonsolidierung die Ausgaben zu senken. Zum anderen benötigt die Geschwister-Scholl-Schule das Hallenbad nicht mehr, sodass die Stadtverwaltung einen neuen Nutzungsplan für das Hallenbad erstellt hat. Und der sieht vor, dass die Zeit, in der die Bürger schwimmen können, von 31,5 Stunden in der Woche um acht Stunden auf 23,5 Stunden pro Woche verkürzt wird. Zugleich wird aber das Angebot für Schulen ausgebaut, weil dadurch Zuschüsse in die Stadtkasse fließen. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass mit der geplanten Umstrukturierung Zehntausende von Euro pro Jahr eingespart werden können.

Ursprünglich hatte die Verwaltung geplant, die neuen Öffnungszeiten bereits im kommenden Sommer einzuführen. Da aber in diesem Jahr mit der bereits seit Längerem angestrebten Sanierung des großen Schwimmerbeckens in der Jürgen-Frenzel-Schwimmhalle begonnen werden soll, wird das Bad voraussichtlich im Juli bis Ende 2016 wegen Bauarbeiten geschlossen sein.

Schulen müssen Alternativen für den Schwimmunterricht finden

„Es ist noch nicht ganz klar, wann und wie wir genau mit der Sanierung des Schwimmerbeckens beginnen werden und welche Auswirkungen das auf den Schwimmbetrieb insgesamt haben wird“, sagt André Bilitewski von der Stadtverwaltung.

Bereits im vergangenen Jahr war das Hallenbad zeitweise wegen Umbaus geschlossen. Für die Schulen bedeutete dies, dass sie sich nach Alternativen im Kreis umschauen mussten. So wird es wahrscheinlich auch im Schuljahr 2016/17 kommen. Laut Bilitewski ist die Verwaltung mit den Schulen im Kontakt und wird sie rechtzeitig informieren.

Die Stadt will deshalb erst zum
1. Januar 2017 mit dem neuen Betriebsplan an den Start gehen, der insbesondere den Bedürfnissen von Schulen Rechnung tragen soll. Am Donnerstag, 18. Februar, wird sich der Uetersener Sozialausschuss mit dem neuen Betriebsplan auseinandersetzen und ihn endgültig beschließen.

Von 2012 bis 2014 haben im Schnitt 21.814 Besucher pro Jahr das Hallenbad genutzt. An sieben Wochentagen war die Einrichtung dabei 83,5 Stunden lang geöffnet, davon 31,5 Stunden für die Öffentlichkeit, die anderen Stunden entfielen auf die Schulen aus Uetersen, Tornesch, Moorrege, Klein Nordende und Haseldorf für den Schwimmunterricht, den TSV Uetersen, die DLRG, die Bundeswehr, das „Sport und Spaß“-Programm und auf die Kurse der VHS Tornesch-Uetersen.

Kassenautomaten könnten Personal ersetzen

In dem Entwurf für die künftige Nutzung rechnet die Verwaltung mit nur noch jährlich 17.661 Besuchern, die während wöchentlich 23,5-stündiger Öffnungszeit Eintritt zahlen werden. Die öffentlichen Schwimmzeiten sähen ab 2017 dann wie folgt aus: dienstags bis freitags von 6.30 bis 7.30 Uhr sowie dienstags von 19 bis 20 Uhr, mittwochs von 15 bis 17 Uhr und freitags von 15 bis 18 Uhr. Am Wochenende sollen Bürger von 6.30 Uhr bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr das Hallenbad nutzen können, sonntags von 8 bis 12 Uhr. Speziell für Frauen wird es zudem von 17 bis 19 Uhr jeden Dienstag ein Frauenschwimmen geben.

Die Betriebskosten für die Jürgen-Frenzel-Schwimmhalle inklusive der Sauna liegen konstant bei knapp 360.000 Euro pro Jahr. Zuletzt ist ein jährliches Defizit von fast 100.000 Euro aufgelaufen. Die Stadt hofft, mit den Zuschüssen, die sich durch die Mehrnutzung der Halle durch die Klaus-Groth-Schule ergeben, das Defizit um fast 25.000 Euro auf 74.425 Euro pro Jahr senken zu können.

Vorerst vom Tisch ist die Idee, Kassenautomaten aufzustellen, um noch mehr zu sparen. Die Verwaltung will nun zunächst prüfen, ob sich der neue Betriebsplan bewährt, bevor Personaleinsparungen erneut in Erwägung gezogen werden sollten. Die Personalkosten machen mit 46.400 Euro pro Jahr fast die Hälfte des Defizits aus.

Jürgen-Frenzel-Schwimmhalle Uetersen, Kleiner Sand 51/53; montags 15 bis 18, dienstags 6.30 bis 7.30, 15 bis 16.45, 17 bis 19 (nur für Frauen), 19 bis 21, mittwochs und freitags 6.30 bis 7.30, 15 bis 18, donnerstags 6.30 bis 7.30, sonnabends 6.30 bis 12 und 15 bis 18, sonntags 8 bis 12 Uhr; Einzelkarte 3,90 Euro, ermäßigt 1,90 Euro, Kinder 1,40 Euro.