Pinneberg
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Archäologen entdecken Germanen-Siedlung

Vermutlich handelt es sich bei dem Fund um Grundrisse von Wohnhäusern aus der Zeit zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert nach Christus (Symbolbild)

Vermutlich handelt es sich bei dem Fund um Grundrisse von Wohnhäusern aus der Zeit zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert nach Christus (Symbolbild)

Foto: Marijan Murat / dpa

Vermutlich haben Archäologen Wohnhäusern aus der germanischen Eiszeit unter der geplanten Trasse der Pinneberger Westumgehung gefunden.

Pinneberg.  Archäologen haben unter der geplanten Trasse der Pinneberger Westumgehung vermutlich Überreste einer germanischen Siedlung gefunden. Das bestätigt Steffen Haucke, der seit Dezember mit mehreren Kollegen vor Ort ist. Vermutlich handele es sich bei dem Fund um Grundrisse von Wohnhäusern aus der Zeit zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert nach Christus. „Das wäre die germanische Eisenzeit, aber unsere Recherchen sind noch nicht abgeschlossen“, so Haucke. An diesem Mittwoch wollen die Mitarbeiter des Landesamts ihre Arbeiten beendet haben.

Der zuständige Dezernent Ingo Lütjens spricht von wichtigen Informationen, auf die man gestoßen sei: „Aber es gibt wenig Anschauliches.“ Für die Straßenbauer haben die Funde keine Folgen. Die Ausgrabungen seien von vornherein eng mit den Verantwortlichen abgestimmt, Verzögerungen so vermieden worden. Ein Baustopp sei komplett ausgeschlossen. Anlass der Grabungen im nördlichen Bereich der Westumgehungstrasse seien frühere Funde in der Umgebung gewesen. So seien Experten ab 1850 im Bereich des Ratsbergs immer wieder auf germanische Urnen gestoßen. Mitarbeiter des Landesamts rücken regelmäßig aus, wenn es bei großen Bauprojekten den Verdacht auf altertümliche Schätze im Erdreich gibt. Gut erhaltene Funde können später im Landesmuseum in Schleswig begutachtet werden.

Die Westumgehung gilt für Pinneberg als das wichtigste Infrastrukturprojekt der vergangenen Jahrzehnte. Der Bau der Straße, die neue Gewerbegebiete erschließen soll, wird voraussichtlich 33,9 Millionen Euro verschlingen. Das Land hat zugesagt, etwa zwei Drittel der Kosten zu übernehmen – allerdings muss die Stadt das große Bauprojekt bis 2018 abgeschlossen haben.