Pinneberg
Bürgermeisterwahl

164 Rellinger unterschreiben für Trampe

Foto: Arne Kolarczyk / HA

Bürgermeisterkandidat Marc Trampe übergibt Unterstützungsunterschriften und nennt erste Details seiner Wahlkampfstrategie.

Rellingen.  Im November 2015 hat Marc Trampe seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Rellingen erklärt. Am Freitag ließ er seinen Worten auch Taten folgen: Der 34-Jährige übergab Gemeindewahlleiterin Anja Radtke ein ganzes Paket an Unterlagen, darunter 164 Unterstützungsunterschriften. „Damit ist das erste Etappenziel erreicht“, sagt Trampe, für den der Wahlkampf nach eigenen Worten bereits begonnen hat.

Und auch wenn es bisher keinen Gegenkandidaten gibt und die Wahrscheinlichkeit, dass Trampe auch nach Ende der Bewerbungsfrist am 11. April, 18 Uhr, Einzelkämpfer bleibt, sehr hoch ist: „Ich werde meinen Wahlkampf so gestalten, als ob ich drei bis vier Gegenkandidaten habe“, sagt der derzeitige Büroleiter von Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg.

In der Kreisstadt wohnt der 34-Jährige mit Frau und Kind. Aufgewachsen ist er aber in Rellingen. „Ich habe immer gesagt, dass für mich nur zwei Orte in Betracht kommen, in denen ich als Bürgermeister wirken will: Pinneberg und Rellingen.“ Dort, wo er seine Jugend verbracht hat, sei er mit offenen Armen empfangen worden.

„Ich bin mittlerweile fast täglich in Rellingen.“ Trampe nimmt Termine von Vereinen und Organisationen wahr, besucht öffentliche Veranstaltungen und lässt sich auch bei politischen Sitzungen blicken. An diesem Sonntag schreckt er auch nicht davor zurück, auf dem Frauenempfang Werbung für sich als künftigen männlichen Bürgermeister zu machen.

Auch erste Hausbesuche hat der 34-Jährige bereits absolviert. „Dies werde ich in den nächsten Wochen weiter intensivieren. Der direkte Austausch mit den Rellingern ist mir sehr wichtig“, so Trampe weiter. Er wolle erfahren, wo die Sorgen und Nöte der Bürger liegen. In den bisherigen Gesprächen habe er sehr viel Zuspruch für seine Kandidatur und eine große Offenheit seiner Person gegenüber erfahren. „Die Rellinger vereint eine hohe Zufriedenheit und eine hohe Identifikation mit ihrer Gemeinde.“

Auf diese Weise hat der Bürgermeisterkandidat trotz seines Fulltime-Jobs in Pinneberg die 164 Unterstützungsunterschriften gesammelt. Das Quorum liegt bei 115, Trampe hat es weit übertroffen. „Ich hätte noch weiter sammeln können, wollte aber jetzt einen Cut machen.“ Weil Trampe von allen fünf Parteien in der Gemeinde unterstützt wird, hätte er auf das Unterschriftensammeln auch komplett verzichten können. „Mir war es aber wichtig, als unabhängiger Kandidat anzutreten.“ Auf diese Weise vereine er die Unterstützung der Parteien und den Rückhalt der Bevölkerung in seiner Kandidatur.

Homepage, Facebook-Auftritt, Flyer, Postwurfsendungen, Wahlplakate mit seinem Konterfei: Derzeit befindet sich Trampe in der Feinplanung für seinen Wahlkampf, der sachlich-fair ablaufen soll. „Über meine Homepage wird jeder die Gelegenheit haben, meine Aktivitäten zu verfolgen und direkt mit mir in Kontakt zu treten.“ Er werde auf jeden Fall eigene Veranstaltungen anbieten, „unabhängig davon, ob die Gemeinde eine offizielle Veranstaltung einplant“. Laut Gemeindeordnung sei die Gemeinde nicht mehr verpflichtet, einen öffentlichen Termin mit den Bürgermeisterkandidaten zu organisieren, sagt die amtierende Bürgermeisterin Anja Radtke. Ob Rellingen diesen Schritt trotzdem gehen werde, müsse in Kürze der Hauptausschuss entscheiden. „Jetzt können wir uns ja damit befassen, wo es den ersten offiziellen Kandidaten für das Amt gibt.“

Radtke verweist darauf, dass es drei Anfragen potenzieller Bewerber zur Bürgermeisterwahl gegeben habe – die von Trampe eingerechnet. Der 34-Jährige sei jedoch der einzige, der die offiziellen Formblätter angefordert und Unterschriften gesammelt habe.

Sie habe bereits ihre Urlaubsplanung so festgezurrt, dass sie bis zum letzten Tag ihrer Amtszeit am 30. September im Rathaus präsent sein werde, sagt Radtke. Über das Szenario einer Amtsübergabe hat sich ihr designierter Nachfolger noch keine Gedanken gemacht. „Ich lasse das alles auf mich zukommen. Erst einmal zählt für mich der Wahltag am 29. Mai.“