Pinneberg

Herzen gegen den Schmerz der Krebspatienten

Dr. Stefan Geist (l.), Dr. Peter Paluchowski und Schwester Anja Wejwoda mit den Landfrauen Elke Jensen (v.l.), Barbara Buckesfeld und Andrea Wulff

Dr. Stefan Geist (l.), Dr. Peter Paluchowski und Schwester Anja Wejwoda mit den Landfrauen Elke Jensen (v.l.), Barbara Buckesfeld und Andrea Wulff

Foto: Burkhard Fuchs

Landfrauen fertigen 140 Kissen zur Entlastung der an Brustkrebs erkrankten Frauen im Klinikum Pinneberg. Chefarzt rät zur Mammografie.

Pinneberg.  Ein Herz für Brustkrebspatientinnen im Regio Klinikum Pinneberg zeigten die Landfrauen aus der Haseldorfer Marsch, und zwar im doppelten Sinne. Sie wünschten den Frauen im Brustzentrum der Klinik nicht nur schnelle Genesung, sondern schenkten der Klinik 140 Kissen, die sie in Herzform genäht haben. Die Kissen helfen den Frauen, weil sie – wenn sie unter den Arm der operierten Seite geklemmt werden – die Wunde entlasten, erklärt Dr. Peter Paluchowski, Leiter des Brustzentrums, den therapeutischen Sinn der Herzkissen.

„Es ist schon das sechste Mal, dass wir die Herzkissen für die Brustkrebspatientinnen angefertigt haben“, berichtet Barbara Buckesfeld. „Es waren bloß noch nicht so viele. Wir haben uns von anfangs 60 auf jetzt 140 Kissen gesteigert.“ Durch Zufall habe sie von einer dänischen Krankenschwester erfahren, welche Schmerzlinderung ein solches Kissen den betroffenen Frauen verschaffen könne. „Darum haben wir unsere ehrenamtliche Arbeit bei den Landfrauen darauf konzentriert.“

Jedes Kissen bestehe aus 160 Gramm Baumwolle und 20 Gramm Watte und sei in einer Stunde genäht. Die Materialkosten in Höhe von drei Euro je Kissen werden aus Spenden finanziert, die die Landfrauen auf dem jährlichen Apfelfest einnehmen, so Buckesfeld. Zudem trägt jedes Kissen den handschriftlichen Glückwunsch an die betroffenen Frauen, sie mögen „Kraft und Durchhaltevermögen“ bei der Überwindung der Erkrankung haben. Auch medizinisch-fachlich seien die an Brustkrebs erkrankten Frauen in Pinneberg in besten Händen, betont Chefarzt Dr. Stefan Geist. 700 Operationen würden jedes Jahr in dem vor zehn Jahren zertifizierten Brustzentrum der Klinik vorgenommen. Dabei werden die Patientinnen nicht nur von 18 ärztlichen Mitarbeitern versorgt. Darüber hinaus sind auch niedergelassene Nuklearmediziner, Onkologen, Pathologen und Strahlentherapeuten an der Diagnose und Therapie beteiligt. Ein so gut aufeinander abgestimmtes Brustzentrum gebe es im gesamten Hamburger Raum nicht, sagt Dr. Paluchowski. Ein Nachrichtenmagazin habe es gerade wieder zu den besten 73 der bundesweit 260 Einrichtungen erkoren.

„Die Heilungschancen bei Brustkrebs liegen heute bei über 70 Prozent“, sagt Dr. Geist. Bei frühzeitiger Erkennung sogar bei über 90 Prozent. 49.000 Neuerkrankungen gebe es im Jahr, jede neunte Frau sei davon, statistisch gesehen, betroffen. Darum sei die Mammografie so wichtig, damit der Brustkrebs so schnell wie möglich behandelt werden könne.

Allerdings würde sich nur die Hälfte der Frauen zwischen 40 und 70 Jahren dieser nicht ganz schmerzfreien Untersuchungsmethode unterziehen. „Es gibt dazu keine Alternative“, betont der Chefarzt Geist. Die Strahlenbelastung für die Frauen sei lediglich in etwa so groß wie die für einen Passagier bei einem Inlandsflug.