Pinneberg
Versorgung

Energie Rellingen hat einen neuen Partner

Foto: Jan Woitas / dpa

Nachbargemeinde Halstenbek erwirbt ein Drittel der Gesellschaftsanteile des Unternehmens. Bürgermeisterin mit Entwicklung zufrieden.

Rellingen.  Fünfeinhalb Jahre nach ihrer Gründung versorgt Energie Rellingen 2500 Haushalte in der Gemeinde. Zum 1. Januar 2016 wird die Gesellschafterstruktur des bisherigen Gemeinschaftsunternehmens der Gemeinde und der Stadtwerke Elmshorn neu geordnet: Als gleichberechtigter Partner kauft sich Nachbar Halstenbek in die Gesellschaft ein, an der künftig alle drei Partner jeweils ein Drittel der Anteile halten. Halstenbek wendet dafür 8350 Euro auf.

Die politischen Beschlüsse für die Transaktion werden derzeit in Elmshorn und den beiden Großgemeinden eingeholt, sie gelten jedoch als Formsache. „Wir arbeiten mit den Gemeindewerken Halstenbek bereits auf lokaler Ebene sehr gut zusammen, betreiben etwa eine gemeinsame Abrechnungsgesellschaft“, sagt Elmshorns Stadtwerkedirektor Sören Schuhknecht. Er ist Mitglied des Aufsichtsrates von Energie Rellingen, und seine Stadtwerke übernehmen die Betriebsführung der Gesellschaft. Mit der Aufnahme Halstenbeks gewinne Energie Rellingen an Know-How, eine Zusammenarbeit sei in verschiedenen Bereichen wie etwa der Netztechnik möglich. „Allein aus der räumlichen Nähe spricht viel für Halstenbek als idealen Partner“, so Schuhknecht weiter. Mit dem Schritt sei Energie Rellingen künftig im Sinne der Kunden noch besser aufgestellt.

Das Aufsichtsratsmitglied sieht das noch junge Unternehmen auf Kurs. „Wir haben aus dem Stand 2500 Haushalte als Kunden gewonnen, darauf sind wir stolz.“ Auch Rellingens Bürgermeisterin Anja Radtke ist mit der Entwicklung der Firma zufrieden. „Wir sind sehr froh, dass wir in der Gemeinde ein eigenes Energieprodukt anbieten können.“ Sie lobt den Prokuristen Renke Eschner, der als Vertriebsmitarbeiter im Rellinger Kundenzentrum einen maßgeblichen Erfolg daran habe, dass die Gesellschaft derart viele Kunden gewinnen konnte.

Allerdings macht Radtke keinen Hehl daraus, dass die ursprünglichen Pläne mit Energie Rellingen nicht aufgegangen sind. So sollte das Unternehmen als Betreiber für das Gas- und Stromnetz in der Gemeinde fungieren. Nach dem Rechtsstreit mit dem alten Konzessionär SH Netz AG musste die Gemeinde die Vergabe an Energie Rellingen zurücknehmen. „Wir werden die Netze Anfang 2016 neu ausschreiben“, kündigt Radtke an. Ob Energie Rellingen auch im neuen Vergabeverfahren die Nase vorn hat, ist unklar. Vielleicht hilft ja der neue Partner dabei.