Pinneberg
Tornesch

Mit Spitzentechnologie auf Expansionskurs

Hans-Christian Niemann (rechts) und Jürgen Behrens freuen sich über die neuen Räumlichkeiten

Hans-Christian Niemann (rechts) und Jürgen Behrens freuen sich über die neuen Räumlichkeiten

Foto: Thomas Pöhlsen / HA

Richtfest für den Erweiterungsbau von HellermannTyton in Tornesch. 11,5 Millionen Euro investiert das Unternehmen in das Projekt.

Tornesch.  HellermannTyton bleibt auf Wachstumskurs. Der dritte Erweiterungsbau des Firmensitzes am Großen Moorweg in Tornesch ist am Freitag gerichtet worden. „Wir brauchen mehr Raum für die Zukunft“, erklärte Geschäftsführer Hans-Christian Niemann.

Das Unternehmen stellt Verbundsystem für Kabel her. Die Tornescher machen damit in Autos, Flugzeugen, Computern und beim Hausbau dem Kabelsalat ein Ende. HellermannTyton verfüge weltweit über „einen ganz ganz starken Namen“, sagte Niemann während des Richtfestes. Das Unternehmen wolle weiter neue Dinge entwickeln, in Technik und Prozesse investieren. So wird mit dem Anbau Platz für die HellermannTyton Akademie und mit ihr ein „Raum für Wissen“ geschaffen.

HellermannTyton brauche die Erweiterung, um die eigene Zukunft gestalten zu können, so der Geschäftsführer. 11,5 Millionen Euro investiert das Unternehmen in das Projekt. Der Anbau umfasst eine Vergrößerung der Logistikfläche um 6.600 Quadratmeter und zusätzliche 5.400 Quadratmeter Bürofläche in zwei Obergeschossen.

In dem Hauptsitz sind derzeit 730 Mitarbeiter beschäftigt. Bei dem Umzug von Pinneberg nach Tornesch im Jahr 2000 waren es noch 270. Weltweit arbeiten heute 3800 Frauen und Männer für HellermannTyton. Die Tornescher sind mit 35 Unternehmen auf allen fünf Kontinenten vertreten.

Es sei wichtig, dass sich die Mitarbeiter am Standort wohl fühlten, so Jürgen Behrens, Leiter Operations bei HellermannTyton. Das Geschäft könnte durch den Neubau vorangetrieben werden. Damit werde auch Raum für neue Mitarbeiter geschaffen, erläuterte er.

Als „hidden champion“, also als heimlicher Gewinner, charakterisierte Frank Nägele, Staatssekretär im Kieler Wirtschaftsministerium, den Technologiekonzern. Weltweit werde mit Präzisionsprodukten gehandelt. HellermannTyton sei Beleg dafür, dass „Schleswig-Holstein boomt.“

Bis vor kurzem sei die Frage diskutiert worden, wer die ganze Arbeit machen solle, so Nägele. Schleswig-Holstein hätte seine Fähigkeiten zur Integration von Flüchtlingen bewiesen, sagte Nägele mit Blick auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Flüchtlinge von heute bräuchten „unsere Geduld, unseren Respekt und unsere Sprache“. Dann würde die Integration funktionieren.

Torneschs Bürgermeister Roland Krügel, CDU, verwies darauf, dass die Ratsversammlung den Flächennutzungsplan auf der anderen Straßenseite des Firmengebäudes geändert hat. Es gibt also weiteren Grund für eine Unternehmensexpansion.

Mit dem offiziellen Spatenstich im März war der Bau begonnen worden. Im Juli des kommenden Jahrs soll das Gebäude bezugsfertig sein.