Quickborn

Wie Angehörige Trauer besser verarbeiten

| Lesedauer: 2 Minuten
Burkhard Fuchs
Heike Ruch (v.l.), Imke Turau und Erika Stehr laden zum Welthospiztag nach Quickborn ein

Heike Ruch (v.l.), Imke Turau und Erika Stehr laden zum Welthospiztag nach Quickborn ein

Foto: Burkhard Fuchs

Welthospiztagam 10. Oktober: Johanniter laden zu Vorträgen übers Sterben nach Quickborn ein. Thema soll aus der Tabu-Zone heraus.

Quickborn.  „Auf der Suche nach dem Trauerkloß“ ist der Veranstaltungsreigen überschrieben, den die Johanniter am Sonnabend, 10. Oktober, im Werkstatt-Café im Haus Roseneck in Quickborn veranstalten. Von 11 bis 17 Uhr gibt es zahlreiche Vorträge rund um das Thema Sterben, die vor allem trauernden Angehörigen das Weiterleben erleichtern sollen.

„Wir wollen die Themen Tod, Trauer und Abschied aus der Tabu-Zone nehmen und mitten ins Leben holen“, sagt Organisatorin Heike Ruch, die seit 15 Jahren für die Johanniter in Quickborn Hospizarbeit macht. Sie verspricht den Besuchern Hinweise für eine „liebevolle Kommunikation in schwierigen Zeiten“.

Das Spektrum ist breit gefächert. Ein Schauspiel mit Harfenmusik führt in das Thema ein. Ein Bestatter berichtet aus seinem Alltag. Die Mutter eines Kindes, das lebensbedrohlich an Krebs erkrankt war, erzählt, wie sie und ihre Familie mit dieser Last zurechtkamen. Inzwischen ist das Kind wieder gesund. Heike Ruch erklärt, warum Kinder anders trauern als Erwachsene und unbedingt die Wahrheit erfahren sollten, wie ein Kinderarzt rät.

Erster Aktionstag zur Sterbebegleitung

Angesprochen werden die Fortschritte der Palliativen Medizin, die Gefühle, wenn die Eltern sterben, wie Kondolenzwünsche formuliert werden sollten, damit sie dem Adressaten helfen, und wie trauernde Hinterbliebene Trost in Gesprächen finden können. Oft führe der bittere Trauerschmerz dazu, dass den Angehörigen die Worte fehlen, ihre Gefühlslage auszudrücken, sagt Heike Ruch. Der Aktionstag zur Sterbebegleitung soll Betroffenen helfen, ihre Sprache zurückzugewinnen, einen Weg zu finden, wie sie von ihrem Schmerz erzählen können. Pflegende Angehörige sollen Hilfe und Unterstützung erfahren, wie sie von ihrem bald sterbenden lieben Menschen Abschied nehmen können.

„Wir machen eine solche Veranstaltung zum ersten Mal in Quickborn“, sagt Heike Ruch. Die Vorträge wechseln alle halbe Stunde und werden von einer Mittags- und Kaffeepause am Nachmittag unterbrochen. Beendet wird der Hospiz-Aktionstag im Haus Roseneck in der Kieler Straße 95/Ecke Marktstraße mit der Lesung von Trauerliteratur aus verschiedenen Epochen. „Sterbenswörtchen“ ist dieser Programmpunkt überschrieben. Wem diese Art der Trauerarbeit zu theoretisch ist, der kann einen Trauerkloß basteln oder am Sonnabend um 14 Uhr zum Haus der Johanniter in der Pinneberger Straße 1 in Quickborn kommen. Von dort geht es zu einem Spaziergang in die Natur.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Pinneberg