Knechtsche Hallen

Elmshorner Industriebrache ist "besonderes Denkmal"

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Anne Dewitz
Urban Gardening am Kranhaus in Elmshorn: Die Industriebrache wurde nun zum besonderen Kulturdenkmal erklärt

Urban Gardening am Kranhaus in Elmshorn: Die Industriebrache wurde nun zum besonderen Kulturdenkmal erklärt

Foto: Anne Dewitz

Die Elmshorner Industriebrache gilt als schützenswert. Bürgermeister Volker Hatje wirbt auf Expo um Investoren für das Areal.

Elmshorn.  Wer an Elmshorn denkt, dem kommen schnell das Kibek-Hochhaus und die Kölln-Flocken in den Sinn. Auch die Knechtschen Hallen sind für viele untrennbar mit der Krückaustadt verbunden. Nun hat das Landesamt für Denkmalpflege in Kiel das Industrieensemble Knechtsche Hallen samt Kranhaus und ehemaliges Cita-Strom-Gebäude zum besonderen Kulturdenkmal erklärt.

In Schleswig-Holstein gilt seit Anfang des Jahres ein neues Denkmalschutzgesetz. Alle bisher nach dem alten Denkmalschutzgesetz eingetragenen „Kulturdenkmale von besonderer Bedeutung“ sind automatisch in die neue Denkmalliste übernommen worden. Die bisher als „einfache Kulturdenkmale“ eingestuften Objekte werden nach und nach überprüft und neu bewertet. So eben auch das leer stehende Teppichlager an der Schloßstraße, das Kibek-Chef Frank Sachau gehört. Eine vollständige neue Denkmalliste für den Kreis gibt es noch nicht, da die Prüfung noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Als Eigentümer des Kranhauses und des ehemaligen Cita-Strom-Gebäudes ist die Stadt Elmshorn aber bereits über die Aufnahme dieser Gebäude in die Denkmalliste benachrichtigt worden.

Gebäudekomplex soll nicht verfallen

„Welche Auswirkungen das im Detail hat, können wir noch nicht abschätzen“, sagt Bürgermeister Volker Hatje. Ziel der Stadt sei es, den Industriekomplex vor dem Verfall zu retten, denn er spiele im Umbau des neuen Stadtquartiers Krückau/Vormstegen eine zentrale Rolle. Nun, da die Knechtschen Hallen unter besonderen Denkmalschutz gestellt wurden, stehe der Eigentümer auch in besonderer Pflicht. „Aus unserer Sicht muss der Besitzer die Hallen im ersten Schritt winterfest machen“, sagt Hatje, der sich in der kommenden Woche erneut mit Sachau zum Gespräch trifft.

Allerdings sei Denkmalschutz ein zweischneidiges Schwert, so Hatje, da er Sanierungen erschweren und mögliche Investoren abschrecken könnte. Nach denen hat Hatje gemeinsam mit Silke Faber, der Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung, in München auf der Expo Real, Europas größter Immobilienmesse, die Fühler ausgestreckt. „Wir haben den Stand der WEP nutzen dürfen, um den Stadtumbau vorzustellen“, sagt Hatje, der erst am späten Mittwochabend von dort zurückgekehrt war. Er nutzte die Chance, bei Hoteliers, Projektentwicklern, Finanzdienstleistern und Vorstandschefs großer Bauunternehmen Elmshorns Pläne für den Stadtumbau bekannt zu machen und Visitenkarten auszutauschen. Denn in nicht allzu weiter Ferne wird die Frage entscheidend sein, wie das Projekt Knechtsche Hallen finanziell tragfähig sein kann.

Knechtsche Hallen unverzichtbar für Quartier

Dass der Bedarf an Raum für ein breites Kulturangebot da ist, davon ist nicht nur Hatje überzeugt. „Wir sind davon überzeugt, dass die Knechtschen Hallen für Elmshorn und das Quartier unverzichtbar sind“, sagt Jens Jähne, Vorsitzender vom Freundeskreis Knechtsche Hallen Keimzelle Kranhaus e. V. Der Verein war mit dem Ziel gegründet worden, die Knechtschen Hallen zu erhalten und mit kulturellem Leben zu füllen. „Wir wollen eine Stadt mit markantem Gesicht, ein Quartier mit Charakter.“ Dabei sollen alle Bürger beteiligt werden. Wie bunt die kulturelle Szene in Elmshorn ist, zeigen die zahlreichen Veranstaltungen im Kranhaus wie das Repaircafé, Urban Gardening, der Kunsthandwerkmarkt und zahlreiche Konzerte.

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