Pinneberg
Moorrege

Gemeinde verzichtet auf EU-Fördergelder

Die AktivRegion Pinneberger Marsch und Geest fördert Infrastrukturprojekte in der Marsch (Symbolbild)

Die AktivRegion Pinneberger Marsch und Geest fördert Infrastrukturprojekte in der Marsch (Symbolbild)

Foto: Klaus Nowottnick / picture alliance / Klaus Nowottn

Nach nur einem Jahr: CDU beantragt Austritt aus Förderverein „AktivRegion Pinneberger Marsch & Geest“. Holms Bürgermeister ist sauer.

Moorrege.  Kaum eingetreten in die „AktivRegion Pinneberger Marsch & Geest“, soll Moorrege schon wieder raus. „Die Bürokratie hat nicht nachgelassen“, begründet Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg einen CDU-Antrag zur nächsten Gemeindevertretersitzung am 24. September. Erst 2014 und nach jahrelangem Hickhack war die Kommune Mitglied des Trägervereins des EU-Förderprogramms geworden, über den bis 2020 mindestens 2,5 Millionen Euro in die Kommunen fließen sollen. An der Nicht-Mitgliedschaft war 2009 die Modernisierung des Freibades Oberglinde gescheitert. Zu dem 770.000-Euro-Projekt hätte die AktivRegion rund die Hälfte zugeschossen.

Für Weinberg ist nicht klar, ob und wann die Gemeinde Fördermittel bekommen würde. Tatsächlich arbeitet das Kieler Ministerium für Ländliche Räume immer noch an einem Formular, mit dem die Zuschussanträge eingereicht werden können. Doch Mathias Günther, Geschäftsführer der AktivRegion, geht davon aus, dass die Vorlage Ende September vorliegt. Über einen Anbau für die betreute Grundschule sowie eine energetische Sanierung der Schulturnhalle sei gesprochen worden, erklärt er. Bei beiden Projekten seien für Moorrege Zuschüsse von bis zu 100.000 Euro möglich.

Den Holmer Kollegen düpiert

Allerdings sprach Günther über die mögliche Förderung nur mit Mitarbeitern der Amtsverwaltung. Der Planer suchte auch das Gespräch mit dem Bürgermeister, doch „terminlich hat das nie gepasst“. Dazu sagt Weinberg: „Warum sollte ich mit Herrn Günther sprechen?“

Der Moorreger Bürgermeister düpiert mit dem Antrag auch seinen Holmer Kollegen. „Das kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Bürgermeister Walter Rißler (CDU) verärgert. Holm war im Sommer 2014 dem Schulzweckverband Moorrege nur unter der Bedingung beigetreten, dass sich die Gemeinde Moorrege der AktivRegion anschließt. In der Gemeinschaftsschule gibt es einen hohen Sanierungsbedarf. Für wenigstens einen Teil der Arbeiten könnte mit Mitteln der EU gerechnet werden. Beschließt die Moorreger Gemeindevertretung den Austritt, müssen die Holmer bei zukünftigen Vorhaben mehr ausgeben. Das gilt übrigens auch für die anderen Trägerkommunen des Schulzweckverbandes. Neben Moorrege sind das Haseldorf, Haselau und Heist. „Er entscheidet einfach für uns mit“, schimpft Rißler in die Richtung seines Moorreger Parteifreundes. Es sei doch klar, dass Formulare ausgefüllt werden müssten, wenn man Fördergelder haben wolle.

Durch den Austritt spart Moorrege den Beitrag zum Förderverein von gut 3100 Euro. Das Minus müssen die anderen 23 Mitgliedskommunen mit einem höheren Obolus auffangen. An diesem Mittwoch ab 20 Uhr wird im Amtshaus, Amtsstraße 12, der letzte Versuch unternommen, die Mehrheitsfraktion der CDU umzustimmen. Der Vorsitzende des Finanzausschusses, Michael Adam (SPD), hat Günther als Referenten eingeladen.