Pinneberg
Quickborn

FDP-Chefin will Quickborns Bürgermeisterin werden

FDP-Fraktionschefin Annabell Krämer (Mitte) wurde von ihrer Partei, hier Vorstandsmitglied Robert Chyla und Parteichefin Friederike Rübhausen, als Bürgermeisterkandidatin aufgestellt

FDP-Fraktionschefin Annabell Krämer (Mitte) wurde von ihrer Partei, hier Vorstandsmitglied Robert Chyla und Parteichefin Friederike Rübhausen, als Bürgermeisterkandidatin aufgestellt

Foto: Burkhard Fuchs

FDP-Fraktionschefin Annabell Krämer fordert Amtsinhaber Thomas Köppl heraus. Der will bei der Wahl im kommenden Jahr erneut antreten.

Quickborn. Die Wahl selbst wird voraussichtlich im Mai nächsten Jahres stattfinden. Als erste Partei hat die Quickborner FDP eine Kandidatin für die Bürgermeisterwahl nominiert. Der 21 Mitglieder zählende Ortsverband, der drei der 29 Ratsmandate stellt, schickt die eigene Fraktionsvorsitzende Annabell Krämer ins Rennen. Die 44 Jahre alte alleinerziehende Mutter, die in Quickborn aufgewachsen ist, ihr Abitur gemacht hat und dort als Diplomkauffrau bei der Comdirectbank arbeitet, sagt über ihre Kandidatur: „Ich will diese Chance ergreifen und würde gerne als künftige Bürgermeisterin die Stadt gestalten.“

Damit fordert die Chefliberale Amtsinhaber Thomas Köppl, 50, CDU, heraus. Der kündigte am Dienstag auf Nachfrage an: „Ich werde auf jeden Fall noch mal antreten. Das Amt macht mir Spaß, und es gibt noch viel zu erledigen.“ Seine zweite Amtszeit endet am 30. Oktober nächsten Jahres. 2004 war Köppl ohne Gegenkandidaten mit 76 Prozent der Stimmen gewählt worden. 2010 lag er bei der Stichwahl nur 19 Stimmen vor der Herausforderin Johanna Skalski, die als FDP-Frau von der SPD nominiert worden war.

Für FDP-Kandidatin Annabell Krämer hat dies alles keinerlei Einfluss auf ihre Kandidatur und ihren Wahlkampf. „Jeder Kandidat muss seinen Weg selber finden“, ist sie überzeugt. Ihr Trumpf sei ihre 20-jährige politische Erfahrung und ihre gute Kommunikationsfähigkeit. Ein Bürgermeister müsse die Entscheidungen der Ratsversammlung umsetzen, selbst wenn diese unpopulär seien. „Ich sähe meine Aufgabe darin, diese Entscheidungen den Bürgern vernünftig zu erklären. Da gibt es Verbesserungspotenzial in Quickborn. Ich habe oft das Gefühl, dass die Bürger hier nicht richtig mitgenommen werden.“

So setzte sich Krämer mit ihrer Fraktion jahrelang, wenn auch vergeblich, für den Erhalt der Goetheschule ein, was auch Hunderte betroffene Eltern vehement forderten. Sollte sie gewählt werden, könnte ihr als Verwaltungschefin drohen, im Jahr 2018 diese Schule endgültig zu schließen, die sie selber als Grundschülerin besuchte. „Das ist mir bewusst. Wir haben uns aber damit inzwischen abgefunden.“

Eine weitere Stärke ihrer Kandidatin sei deren Finanzkenntnisse, sagt FDP-Vorstandsmitglied Robert Chyla. „Angesichts der hohen Verschuldung Quickborns brauchen wir jemanden in der Verwaltung, der sich mit Finanzen gut auskennt.“ Annabell Krämer möchte als Bürgermeisterin eine neue Perspektive für Quickborn für die nächsten 25 Jahre entwerfen. Die äußeren Stadtteile Renzel und Heide, die oft eher stiefmütterlich behandelt würden, sollten besser integriert werden, fordert sie. „Ich will das nächste Dreivierteljahr dazu nutzen, mich mehr mit den Bürgern vertraut zu machen.“