Pinneberg
Borste-Hohenraden

Alte Sporthalle soll zum großen Wurf werden

Eine Idee von Bürgermeister Jürgen Rahn ist es, aus der alten Turnhalle ein Dorfgemeinschaftshaus zu machen

Eine Idee von Bürgermeister Jürgen Rahn ist es, aus der alten Turnhalle ein Dorfgemeinschaftshaus zu machen

Foto: TPoehlsen@wmg.loc / HA

Die Gemeinde Borstel-Hohenraden will mit einem Gemeinschaftshaus die Lebensqualität für die Bürger im Ort verbessern.

Borstel-Hohenraden. Weil die Fußballer lieber auf dem Rasenplatz nebenan spielen, sprießt auf dem Grandplatz neben der alten Sporthalle in Borstel-Hohenraden das Unkraut. Hier wäre Platz für eine größere Sporthalle, meint Bürgermeister Jürgen Rahn (CDU). Für die alte Halle hat er hingegen eine neue Nutzung anvisiert. Die Gebäudehülle könnte stehen bleiben, innen könnte ein zweistöckiges Dorfgemeinschaftshaus geschaffen werden. „Das Gebäude würde auch energetisch saniert, was die laufenden Kosten senkt“, streicht Rahn heraus.

Bis vor kurzem war die Meinung der Politiker im Ort eindeutig. Es sollten ein Dorfgemeinschaftshaus sowie ein Nahversorger auf einer Fläche neben der Feuerwache errichtet werden. Ein solcher Treffpunkt fehlt und einkaufen können die Bürger schon lange nicht mehr in Borstel-Hohenraden. Doch dann stellte das Gemeindeoberhaupt mit seinen Vorstellungen diese Pläne infrage.

Die alte Turnhalle wurde vor 40 Jahren errichtet und ist marode. „Ich bin seit zwei Jahren Bürgermeister und in dieser Zeit gab es schon vier Rohrbrüche, davon zwei schwere“, erklärt Rahn. Abriss und Neubau der Einfeldhalle am jetzigen Standort stellen jedoch keine Option dar, weil die Fläche zu klein für die Bedürfnisse der Sportler geworden ist. Durch ein Gemeinschaftshaus im Hallengebäude würde zudem mehr Platz für einen künftigen Nahversorger neben der Feuerwache entstehen.

Vorgespräche mit dem Verein TuS Borstel-Hohenraden sowie der Kreisverwaltung seien positiv verlaufen, so Rahn. Angenehm überrascht habe man sich nach Aussage des Bürgermeisters beim Theaterverein gezeigt. „Was wir derzeit planen, könnte uns in den nächsten zehn Jahren beschäftigen“, sagt Rahn. „Und es würde die Gemeinde nach vorn bringen.“ Mit einem Ortsentwicklungskonzept sollen die Gemeindevertreter Entscheidungshilfen bekommen, wie sie die Kommune stärken und das Leben der Bürger in Borstel-Hohenraden verbessern können.

Mit Kostenschätzungen ist Rahn zu dem Ergebnis gekommen, dass die neue Lösung nicht teurer würde als die alte. Der bereits beschlossene Ausbau der Grundschule würde eingespart, weil einige nicht-schulische Nutzer in das neue Dorfgemeinschaftshaus umziehen könnten, die Ausgaben für Reparaturen an der Turnhalle fielen weg. „Wir wollen keine wirtschaftlichen Abenteuer“, steht für den Bürgermeister fest. Deswegen sollen mit dem Ortsentwicklungsplan seine Vorstellungen noch einmal durchgerechnet werden.

Vorsichtig reagiert die SPD-Fraktionsvorsitzende Wiebke Dicks auf die Vorschläge. „Das sind bisher alles Ideen und Gedanken“, erklärt sie. Wir brauchen die Meinung von Experten, um zu sehen, was geht und was nicht.“ Deswegen will sie die Ergebnisse des Dorfentwicklungskonzepts abwarten, bevor sich ihre Fraktion positioniert. Zu hinterfragen sind aus ihrer Sicht die von Rahn angenommenen Kosten von 700.000 Euro für den Bau einer neuen Turnhalle. Dicks geht davon aus, dass eine Zweifeldhalle erst für rund zwei Millionen Euro zu haben ist.

Die Genossin verweist zudem darauf, dass sich die Gemeinde bisher bei der Suche nach einem Nahversorger nur Absagen bei den Einzelhandelsketten eingehandelt hat. Aus ihrer Sicht könnte ein Markt-Treff die Lösung sein. Darin würde ein Nahversorger mit einem Treffpunkt für die Bürger sowie Dienstleistungen wie Lotto-Annahme, Friseur und Bäcker verbunden. Eine positive Standortanalyse vorausgesetzt, könnte sich nach Meinung der Fraktionschefin vielleicht doch ein Einzelhandelsunternehmen interessieren.