Pinneberg
Bönningstedt

Aus für die Volkshochschule Bönningstedt

Amtsvorsteher Günther Hildebrand bedauert das Aus

Amtsvorsteher Günther Hildebrand bedauert das Aus

Foto: Burkhard Fuchs

Streit unter den drei Trägergemeinden Bönningstedt, Ellerbek und Hasloh. Keine Einigung über Defizitdeckung und Trägerschaft.

Bönningstedt/Ellerbek/Hasloh. Die Volkshochschule Bönningstedt-Amt Pinnau wird zum 31. Dezember geschlossen. Die drei Trägergemeinden haben sich nicht auf eine neue Leitung sowie die Deckung des Defizites einigen können. „Die VHS ist eine wichtige Bildungseinrichtung“, so der Ellerbeker Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP). „Ich hätte es begrüßt, wenn die Arbeit fortgesetzt worden wäre.“ Nach der Ausamtung von Hasloh und Bönningstedt zum Anfang 2013 wird damit von den beiden Kommunen eine weitere Verbindung zum Amt Pinnau gekappt.

Auslöser der Entwicklung war die Kündigung der VHS-Leiterin Corinna Schumann zum 30. Juni. Mit den Einrichtungen in Quickborn und Pinneberg nahm die Amtsverwaltung Verhandlungen auf. Aus der Kreisstadt lag schließlich ein Eckpunktepapier vor, das die Fortführung mit dem Erhalt des Namens unter der Leitung des Nachbarn vorsah. Ellerbek hatte nichts gegen eine Professionalisierung.

Hasloh und Bönningstedt bestanden jedoch auf der Fortführung mit einer nebenberuflichen Leitung, und zwar mit Blick auf die Finanzen. „Wir müssen sämtliche Ausgaben hinterfragen“, so der Bönnigstedter Bürgermeister Peter Liske (BWG). Die Kommunalaufsicht habe deutliche Hinweise zur Reduzierung freiwilliger Leistungen gegeben, erklärt sein Hasloher Kollege Bernhard Brummund (SPD). Beide Gemeindehaushalte sind chronisch defizitär.

Mit der Pinneberger Offerte wäre eine von den drei Kommunen zu übernehmende Unterdeckung von 63.500 Euro verbunden gewesen. Bönningstedt und Hasloh zogen jedoch eine Grenze bei 56.500 Euro. Die Ellerbeker Politiker hätten mit einem Defizit von bis zu 80.000 Euro leben können.

Der Haushalt der Volkshochschule Bönningstedt-Amt Pinnau belief sich 2014 auf 260.000 Euro, das Defizit auf 37.000 Euro. 400 Kurse bot sie an, 8000 Unterrichtseinheiten wurden gegeben. 70 Dozenten verlieren einen Auftraggeber. Die beiden verbliebenen Verwaltungskräfte kommen in der Gemeinschaftsschule Rugenbergen unter.

Hildebrand sieht für Ellerbek die Zukunft in der Zusammenarbeit mit der VHS Pinneberg. Liske hat mit dem Quickborner Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) über eine Kooperation geredet, will aber „keine Whisky- und Kochkurse mehr.“ Brummund wartet ab: „Vieles ist vorstellbar.“