Pinneberg
Halstenbek

Luruper Weg: Anwohner in Sorgen um Kinder

Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann und Bürgervorsteher Otto Sajitz geben die Straße frei

Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann und Bürgervorsteher Otto Sajitz geben die Straße frei

Foto: Arne Kolarczyk / HA

Luruper Weg in Halstenbek nach Monaten wieder als Durchgangsstraße nutzbar – und zwar nicht nur von Autos sondern auch von Lkw.

Halstenbek. 17 Monate war der Luruper Weg in Halstenbek eine Großbaustelle. Seit Mittwochabend fließt der Verkehr auf der Verbindungsstraße zwischen Halstenbek und Schenefeld wieder. 2,5 Millionen Euro flossen in Sanierung und Ausbau von einem Straßenkilometer, zudem wurden 1,5 Kilometer Fußweg neu errichtet und alle Versorgungsleitungen erneuert. 1,6 Millionen Euro zahlt die Gemeinde, 900.000 Euro kommen von den Gemeindewerken. Die Gemeinde holt sich einen Teil der Kosten von den Anliegern zurück. Auf sie werden 20 Prozent der Straßenbau- und 45 Prozent der Gehwegkosten umgelegt.

Die Bauarbeiten sollten ursprünglich im Juni vollendet werden. Zwischenzeitlich stellte die Gemeinde sogar einen Abschluss der Maßnahme für Ende 2014 in Aussicht. „Wir waren im November so knapp davor, aber dann hat das Wetter umgeschlagen“, so Bauamtsleiterin Gisela Sinz-König. Es folgte eine längere Zwangspause. Zu allem Überfluss verzögerte sich dann die endgültige Asphaltierung mehrfach, sodass letztlich auch der Juni-Termin nicht mehr zu halten war.

„Monatelang war alles fertig, nur die letzte Asphaltschicht fehlte“, sagt Anwohner Heinrich Willing. Für ihn und seine Nachbarn ergab sich dadurch dennoch eine komfortable Situation: Sie konnten die Straße nutzen und ihre Grundstücke problemlos erreichen, der Durchgangsverkehr blieb jedoch außen vor.

Seit der Freigabe ist es mit der Ruhe im Luruper Weg vorbei. Und auch ein anderer Punkt macht den Anwohnern Sorge: Künftig ist die Straße auch für Lkw freigegeben. Dies war bisher nicht so, weil die Fahrbahn in einem Abschnitt nicht breit genug war.

Dieser wurde jetzt von 5,20 Meter auf 5,50 Meter erweitert, sodass auch dort Lkw fahren dürfen und das bisherige Tempolimit von 30 Stundenkilometern nicht mehr gilt. Ein Antrag, beides beizuhalten, lehnte der Kreis ab, weil es sich um eine Straße mit überörtlichem Charakter und verbindender Funktion handele.

Die Anwohner sorgen sich nun auch um die vielen Schulkinder, die den Luruper Weg nutzen. Außerdem befürchten sie einen Wegfall von Parkmöglichkeiten. Bisher konnte halb auf einem unbefestigten Randstreifen, halb auf der Fahrbahn geparkt werden. Künftig geht dies nicht mehr, weil dieser Bereich nun ebenfalls mit einem Fußweg versehen ist. Ein Parken auf der Fahrbahn könnte zu Problemen bei Lkw-Verkehr führen.

„Wir werden die Situation vor Ort erst einmal beobachten. Wenn es zu Problemen kommt, werden wir Maßnahmen ergreifen“, sagt Bauamtsleiterin Sinz-König. Eingegriffen wurde vorige Woche bereits in unmittelbarer Nähe am Hagenwisch: Dort wurde die seit November 2014 geltende und äußerst umstrittene Einbahnstraßenregelung kurzerhand aufgehoben, damit diese Straße als Umleitungsstrecke für den Luruper Weg zur Verfügung stand.

„Eigentlich wollten wir die Einbahnstraße noch so lange aufrechterhalten, bis die Schilder für die Parkzonen aufgestellt sind“, berichtet Sinz-König. Sie sollen helfen, Probleme in der Straße zu beheben. Die Beschilderung wird Ende Juli aufgebaut. Erst dann werden auch die Einbahnstraßenschilder abgebaut, die so lange verhängt werden. Sinz-König: „Teilweise wird das abgenommen. Trotzdem gilt, dass der Hagenwisch keine Einbahnstraße mehr ist.“