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Wahl

Henriette Krohn wird Tangstedts Bürgermeisterin

Henriette Krohn, 49, soll neue Bürgermeisterin in Tangstedt werden

Henriette Krohn, 49, soll neue Bürgermeisterin in Tangstedt werden

Foto: Arne Kolarczyk

Nach der fehlgeschlagenen Wahl vom 22. April erklärt die 49-Jährige ihre Kandidatur. Alle drei Fraktionen wollen sie unterstützen.

Tangstedt.  Henriette Krohn, 49, wird neue Bürgermeisterin von Tangstedt. Die bisherige Vize-Bürgermeisterin hat sich zur Übernahme des Amtes bereit erklärt, nachdem keiner der beiden Nachfolgekandidaten für den zurückgetretenen Detlef Goos, FDP, eine Mehrheit auf sich vereinigen konnte.

Während der Gemeindevertretung am 22. April war der FDP-Kandidat Manfred Majuntke in zwei Wahlgängen durchgefallen. CDU-Fraktionschef Hermann Ahrens, der ebenfalls Interesse an dem Amt gezeigt hatte, verzichtete mangels einer sicheren Mehrheit ganz auf eine Kandidatur.

Aus dem Nein wurde ein Ja

Bereits im Vorfeld der fehlgeschlagenen Wahl hatten Vertreter aller drei Fraktionen Henriette Krohn dazu gedrängt, ihren Hut in den Ring zu werfen. „Als langjährige Vize-Bürgermeisterin weiß ich, wie viel Arbeit mit dem Amt verbunden ist. Das kann ich zeitlich einfach nicht leisten“, begründete sie damals ihr Nein.

Dass aus dem Nein nun ein Ja wird, hat einen einfachen Grund. „Nach der gescheiterten Wahl habe ich das Amt übernehmen müssen. Wir haben seitdem ein neues Konzept ausprobiert, das mich entlasten soll. Und aus meiner Sicht funktioniert das gut“, sagt die 49-Jährige. Sie hat einen Teil der Arbeit, die bisher von Ex-Bürgermeister Goos übernommen wurde, auf die Vorsitzenden der Ausschüsse delegiert. „Auf diese Weise kann ich ganze Projekte abgeben“, erläutert Krohn.

Das sei auch notwendig, weil sie im Gegensatz zu ihrem Vorgänger voll berufstätig sei. „Detlef Goos hat sehr viel Zeit mitgebracht und die Aufgaben gern und auch gründlich erledigt.“ Dies funktioniere jedoch nur, wenn man nicht mehr im Berufsleben stehe.

Krohn verspricht „vollen Einsatz“

Die 49-Jährige führt gemeinsam mit ihrem Mann eine Baumschule. „Dass ich als Selbstständige meine Zeit frei einteilen kann, macht die Sache etwas einfacher“, sagt sie. Die gelernte Diplom-Bibliothekarin leitet außerdem die kleine Gemeindebücherei des Ortes, sie ist als Vize-Vorsitzende im DRK-Ortsverein aktiv und kümmert sich um die Verwaltung des Gemeindezentrums am Brummerackerweg. Alles Aufgaben, die sie nach ihrer Wahl als Bürgermeisterin beibehalten will. „Das ist zu schaffen“, sagt die Mutter von zwei inzwischen 18 und 20 Jahre alten Söhnen selbstbewusst.

Sie werde mit „vollem Einsatz“ die neue Aufgabe als Bürgermeisterin angehen, verspricht die 49-Jährige. Die Wahl am 24. Juni dürfte zum Selbstgänger werden. Mit FDP, CDU und SPD haben alle Fraktionen Unterstützung für die Kandidatin angekündigt, die Mitglied der CDU-Fraktion ist, jedoch Wert auf ihren Status als Parteilose legt. Bei einer erfolgreichen Wahl durch die 13 Gemeindevertreter läuft die Amtszeit der Neu-Bürgermeisterin bis zur Kommunalwahl 2018.

„Dann gibt es eine neue Gemeindevertretung und neue Mehrheiten“, sagt Henriette Krohn. Sie sehe sich selbst jedoch nicht als Übergangskandidatin für die nächsten drei Jahre. „Wenn es mir gut gefällt, warum soll ich dann nicht länger im Amt bleiben?“ Das müsse jedoch zuallererst der Wähler entscheiden. Die Entscheidung Henriette Krohns, sich nun doch für das Bürgermeisteramt zu bewerben, freut auch ihren Vorgänger Detlef Goos. „Sie ist eine tüchtige Frau und wird das gut machen.“