Pinneberg
Gespräche

Nordbahn geht auf Tornescher Bürgerinitiative zu

Die Tornescher Bürgerinitiative "Dorfbahnhof? Nein Danke!" kam mit Nordbahn-Geschäftsführer Nis Nissen zusammen

Die Tornescher Bürgerinitiative "Dorfbahnhof? Nein Danke!" kam mit Nordbahn-Geschäftsführer Nis Nissen zusammen

Foto: Marvin Mertens

Geschäftsführer Nis Nissen stellte sich im Sportpark Torneum den Fragen der Tornescher. Gespräch mit Verkehrsminister Meyer am 15. Juni.

Tornesch.  Tornesch bekommt einen weiteren Fahrkartenautomaten. Das versprach Nordbahn-Geschäftsführer Nis Nissen bei einem Gespräch mit der Tornescher Bürgerinitiative (BI) „Dorfbahnhof? Nein Danke!“. Die Auslastung des einzigen zurzeit am Bahnhof befindlichen Fahrkartenautomaten der Nordbahn sei sehr hoch, so Nissen. Der zusätzliche Automat werde bis zum Herbst 2015 am Südgleis, also in Richtung Hamburg, aufgestellt. Zunächst muss eben dieser Automat aber am Bahnhof Altona abgebaut werden. Die Lieferzeit für einen neuen Automaten kann bis zu zwei Jahre betragen.

Das Treffen zwischen Nordbahn und Bürgerinitiative war zustande gekommen, weil die BI einen Brief mit zahlreichen Kritikpunkten an das Verkehrsunternehmen geschickt hatte. Im „Torneum“ stellten sich Nis Nissen und Christian Nachtwey, Leiter Betrieb bei der Nordbahn, den Fragen der BI.

Bei Ticketpreisen und Fahrplänen haben Verkehrsunternehmen nichts zu sagen

Nissen räumte Anlaufschwierigkeiten ein, verwies aber bei allen Fragen zu Tarifen und Fahrplänen an die Landesweite Verkehrsservicegesellschaft (LVS). Diese sei für den Schleswig-Holstein-Tarif (SHT) zuständig, der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) lege die Preise im HVV-Tarif fest, so Nissen.

Auch bei den Fahrplänen hat die Nordbahn wenig mitzureden. Diese werden von der LVS und dem HVV bestimmt. Zudem gebe es für die Verkehrsunternehmen vor allem auf den Linien zwischen Kiel und Hamburg kaum Spielraum, um öfter zu halten oder gar Verspätungen aufzuholen. „Uns fehlt ein Gleis“, sagte Nissen. Dies sei auch oft der Grund für Verspätungen. „Wir sind von der Infrastruktur abhängig, und die ist stark ausgelastet.“ Hinzu kommt, dass der Regionalverkehr fast immer nachrangig fährt. „Fern- und Güterverkehr haben Vorrang“, sagte Christian Nachtwey.

Erklärung für überfüllte Züge soll die ungleiche Verteilung der Fahrgäste sein

Sechs Monate nach der Betriebsaufnahme im Netz Mitte habe sich die Situation bei der Nordbahn entspannt, sagte Nissen. „An vielen Stellen muss noch nachjustiert werden, sowohl bei uns als auch bei der LVS.“ Ein weiterer Kritikpunkt der Tornescher waren die Züge, die zu den Hauptverkehrszeiten völlig überfüllt sind. Nissen sagte, er habe dies persönlich getestet. „Die Züge, die morgens zum Hauptbahnhof fahren, sind sehr voll“, so der Nordbahn-Geschäftsführer. Von einer Überfüllung wollte er nicht sprechen. Eine Erklärung für die vollen Züge hatte Nissen dennoch: „Es gibt eine sehr ungleiche Verteilung der Fahrgäste auf die Zugteile.“

Die Forderung der BI nach einer späteren Zugverbindung aus Hamburg, zum Beispiel für Theater- oder Musicalbesucher, befürwortete der Nordbahnchef. Dennoch sei auch hier das Land der Ansprechpartner.

Ein ganzer Haufen Fragen blieb also noch ungeklärt. Damit werden die Tornescher am 15. Juni den schleswig-holsteinischen Verkehrsminister Reinhard Meyer konfrontieren können, der für ein Gespräch nach Tornesch kommen wird.