Pinneberg
Elmshorn

Kindergarten-Fußballtag: 150 kleine Kicker sind am Ball

Bei der Veranstaltung des Elmshorner MTV lernen die Kinder Tore schießen und Spielregeln. Wiederholung ist im kommenden Jahr geplant.

Elmshorn. Wer will ins Tor? Zwölf Kinder reißen gleichzeitig ihre Ärmchen in die Luft und rufen: „Ich.“ Leart darf zuerst. Stolz trägt der Sechsjährige ein T-Shirt mit dem Namen seines Lieblingsspielers Cristiano Ronaldo auf dem Rücken. Im Tor sieht er mindestens genauso cool aus, wie der Kapitän und Rekordtorschütze der portugiesischen Nationalmannschaft auf dem Rasen. Gekonnt geht er leicht in die Knie, fixiert mit seinem Blick den Ball... und hält.

Am Mittwoch hat die Fußballabteilung Holsatia im Elmshorner Männerturnverein (EMTV) zum ersten Mal einen Kindergarten-Fußballtag ausgerichtet. Insgesamt 150 Mädchen und Jungen im Alter von fünf und sechs Jahren aus elf Kindertagesstätten in Elmshorn und Kölln-Reisiek hatten sich für diese Premiere angemeldet.

Gleich zur Begrüßung bekam jedes Kind einen mit seinem Namen bedruckten Jutebeutel mit Banane, Saft, Müsliriegel und T-Shirt überreicht. An sechs Stationen konnten sich die Kleinen auf der Sportanlage Wilhelmshöhe anschließend austoben. Je ein ehrenamtlicher Übungsleiter begleitete die Teams aus jeweils zehn bis zwölf Nachwuchs-Fußballern.

Spaß steht im Vordergrund

„Die Kinder sollen neue Bewegungserfahrungen sammelt“, sagt Mark Müller, Geschäftsführer des EMTV, der mit circa 4500 Mitgliedern der zweitgrößte Sportverein im Kreis Pinneberg nach dem VfL. Einige der Kinder seien schon fußballerfahren gewesen, andere stünden zum ersten Mal auf dem Platz. Besonders letztere sollten mit dem Angebot erreicht werden. Neben dem Sport stand natürlich der Spaß im Vordergrund. Im kommenden Jahr soll es eine Wiederholung geben, sagt Müller.

Die Initialzündung für das Projekt kam von Lina Kunrath, die ein Freiwilliges Soziales Jahr beim EMTV macht. Als sie die Begeisterung der Kinder auf dem Spielfeld sieht, freut sie sich über den Erfolg ihres Jahresprojekts. „Und mit dem Wetter haben wir auch Glück“, sagt die junge Frau.

In der Umkleidekabine erklärt Janik Möller den Kindern der Zukunftskirche Kölln-Reisiek, was ein Schiedsrichter alles für seine Arbeit braucht. „Weiß denn einer, wann man Schiedsrichter werden kann?“, fragt der 18-Jährige vom SV Lieth in die hoch motivierte Runde. Die Antwort kommt sofort: „Wenn man groß ist.“ Janik Möller, der als Assistent in der fünften Liga winkt, konkretisiert: „Mit 14 Jahren.“ Probeweise dürfen die Kinder aber schon jetzt einmal die Fahne des Linienrichters hin und her schwenken, die Trillerpfeife in die Hand nehmen und an der Taktiktafel über ihr Vorgehen fachsimpeln. „Vielleicht kommen sie ja auf den Geschmack“, sagt Janik Möller. „Wir sind leider nicht breit aufgestellt. Keiner will es machen.“ Aber ohne Schiri kein Spiel.

Einige Kinder sind bereits um 5.30 Uhr aufgestanden

Ganz ohne Taktik kommen die Kinder der DRK-Kita Turmweg aus, die auf dem Platz als FC Liverpool auftreten. Nach dem Elfmeterschießen und Slalomtrippeln üben sie sich nun im Spiel Fünf gegen Fünf. „Greif an“, ruft die Übungsleiterin. „Aber ich bin doch Verteidiger“, ruft der kleine Leo zurück. In der nächsten Sekunde hält es aber niemanden mehr auf seinem Platz und alle, auch die Torwartin, stürmen dem Ball Richtung gegnerisches Tor hinterher.

Einige Kinder ihrer Gruppe seien bereits um 5.30 Uhr aufgestanden, um den Fußballtag nicht zu verpassen, sagt Erzieherin Tanja von der Kita St. Nikolai in Elmshorn. „Die reden seit Tagen von nichts anderem.“ Viele ihrer Schützlinge seien sehr fußballbegeistert. Doch seit ein Ball über den Zaun und gegen ein Auto geflogen ist, könnten sie auf dem Kitagelände nicht mehr kicken. „Umso mehr genießen sie es jetzt, hier auf dem Spielfeld zu stehen“, so die Erzieherin. Dabei gehe es nicht nur darum, sich auszutoben. Die Kinder würden im Mannschaftssport auch soziale Kompetenzen wie Rücksichtnahme und Teamfähigkeit lernen.