Pinneberg
Verwaltung

Mittwochs bleibt Halstenbeks Rathaus geschlossen

Mittwochs nie: Ab Juni schließen Linda Hoß-Rickmann und Uwe Grünefeldt das Rathaus am Mittwoch ab

Mittwochs nie: Ab Juni schließen Linda Hoß-Rickmann und Uwe Grünefeldt das Rathaus am Mittwoch ab

Foto: Arne Kolarczyk

Halstenbeks Verwaltung verkürzt Öffnungszeiten ab 1. Juni, um effektiver arbeiten zu können. Testphase soll zunächst ein Jahr lang laufen

Halstenbek.  Ab Juni bleibt das Halstenbeker Rathaus mittwochs geschlossen. Grund: Die Mitarbeiter der Verwaltung sollen mehr Zeit haben, Anträge und Anliegen der Bürger und der Kommunalpolitiker zu bearbeiten, ohne dass sie dabei von Publikumsverkehr unterbrochen werden. „Wir kommen damit dem Wunsch unserer Mitarbeiter nach, die mehr Zeit für die klassische Sachbearbeitertätigkeit haben möchten“, sagt Uwe Grünefeldt, der Büroleitende Beamte im Rathaus.

Die Bürger sollen individuelle Terminabsprachen treffen

Montags, dienstags, donnerstags von 8.30 bis 12 Uhr, freitags von 8 bis 12.30 Uhr sowie eine zusätzliche Öffnungszeit am Dienstagnachmittag zwischen 14 und 18 Uhr: Diese Zeiten halten Grünefeldt und seine Chefin Linda Hoß-Rickmann für ausreichend. „Mit dem Verzicht auf den Mittwoch als Öffnungstag geht es uns nicht darum, weniger Dienstleistungen anzubieten. wir setzen vielmehr auf gezielte Dienstleistungen“, betont Grünefeldt. Die Bürger sollten ermutigt werden, individuelle Terminabsprachen zu treffen – auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Auf diese Weise ließen sich Wartezeiten für die Bürger vermeiden und die Mitarbeiter könnten ihre Arbeitszeit effektiver gestalten.

„Das einzige, was sich ändern wird, ist, dass die Tür zu ist“, betont Grüne-feldt. Die Mitarbeiter könnten dann ohne Unterbrechung arbeiten und würden Zeit für ihre originären Tätigkeiten gewinnen. Eine telefonische Erreichbarkeit sei auch am Mittwoch gewährleistet, betont der Büroleitende Beamte. Zunächst habe man überlegt, unterschiedliche Öffnungszeiten für die Fachbereiche einzuführen, um besonders nachgefragte Dienstleistungen auch mittwochs anbieten zu können. Grünefeldt: „Wir haben uns aber im Sinne der Bürgerfreundlichkeit für einheitliche Zeiten entschieden.“ Die Auslagerung von Kerndienstleistungen in ein Bürgerbüro, wie es andere Verwaltungen praktizieren, sei in Halstenbek aufgrund baulicher Gegebenheiten nicht möglich.

Nach einem Jahr soll entschieden werden, ob es bei der Regelung bleibt

Hoß-Rickmann weist darauf hin, dass die Verwaltung die neue Regelung zunächst testweise für ein Jahr einführt. In dieser Zeit solle festgehalten werden, wie die Bürger auf den Wegfall des Öffnungstages reagieren. Hoß-Rickmann: „Wenn das nicht funktioniert, werden wir das wieder ändern.“

19 Stunden ist das Halstenbeker Rathaus ab Juni wöchentlich geöffnet. Nachbarkommunen bieten deutlich längere Zeiten an. Beispiel Schenefeld: Dort ist das Rathaus an fünf Tagen die Woche insgesamt 24 Stunden geöffnet, eine komplette Schließung an einem Wochentag gibt es nicht.

Hinzu kommt, dass die Düpenaustadt gegenüber dem Rathaus ein Bürgerbüro unterhält, das 32 Stunden die Woche seine Dienste anbietet und sogar an jedem ersten Sonnabend im Monat in der Zeit von 10 bis 12 Uhr aufgesucht werden kann. „Das Bürgerbüro fängt vieles ab und entlastet die Kernverwaltung“, sagt Daniel Arwers, Fachdienstleiter für Allgemeine Dienste. Die bürgerfreundlichen Öffnungszeiten hätten sich bewährt, so Arwers. Ambitionen, einen Tag ganz ohne Publikumsverkehr einzuführen, habe die Stadt keine.

Nur Pinneberg macht Mittwoch das Rathaus komplett zu

Auch Rellingen bündelt besonders nachgefragte Dienstleistungen wie etwa das Meldewesen in einem Bürgerbüro, das gemeinsam mit dem im gleichen Gebäude ansässigen Amt Pinnau betrieben wird. Während das Rathaus 22 Stunden pro Woche öffnet, jedoch am Mittwoch für Publikum geschlossen bleibt, kann das Bürgerbüro auch mittwochs von 8.30 bis 13 Uhr aufgesucht werden. Das ist Bürgermeisterin Anja Radtke auch wichtig. Sie hält nichts davon, Bürger an einem Tag der Woche draußen vor der Tür stehen zu lassen. „Wenn Bürger mittwochs ein dringendes Anliegen haben, das nicht vom Bürgerbüro geklärt werden kann, versuchen wir auch das zu erledigen.“

Die Kreisstadt Pinneberg lässt jeden Mittwoch sowohl das Rathaus als auch das Bürgerbüro geschlossen. „Dieser Tag ist für die Sachbearbeitung gedacht und soll interne Besprechungen ermöglichen“, sagt Marc Trampe, Büroleiter der Bürgermeisterin. Beschwerden, die sich gegen diese Praxis richten, gebe es keine. 19,5 Stunden ist das Rathaus in der Woche geöffnet, das Bürgerbüro sogar 25 Stunden.