Pinneberg
Glänzend im Geschäft

Die Spezialisten im Hochsicherheitslabor

Berner International aus Elmshorn will mit biologischen und pharmazeutischen Schutzsystemen expandieren

Berner International stellt seit mehr als 30 Jahren hochwertige Schutzsysteme in pharmazeutischen und biotechnologischen Bereichen her. „Die Entwicklung und Produktion von Sicherheitswerkbänken zählen zu unserer Kernkompetenz“, sagt Geschäftsführer Thomas Hinrichs. Gemeinsam mit Malte Schneider führt er am Mühlenkamp in Elmshorn die Geschäfte. Hier werden hochmoderne Sicherheitswerkbänke gebaut, die Menschen im Labor Schutz beim Arbeiten mit gefährlichen Chemikalien oder Mikroorganismen bieten. „Dafür kombinieren wir Bewährtes mit innovativen Lösungen aus der Forschung“, sagt Hinrichs. Die Geräte müssen Schutz auf sehr hohem Niveau bieten, leicht zu bedienen und niedrig im Energieverbrauch sein.

Mitarbeiter testen im hauseigenen Forschungslabor die Störanfälligkeit von Sicherheitswerkbänken insbesondere durch Luftbewegungen im Labor, verursacht durch raumlufttechnische Anlagen. Zudem arbeitet Berner International an zahlreichen Forschungsprojekten, die zum Teil von der Bundesregierung unterstützt werden. „Unsere Ingenieure und Designer haben in einem Entwicklungsprojekt mehrere Jahre Ideen gesammelt, getestet und Ergebnisse aus der Forschung einfließen lassen“, sagt Hinrichs. „Wir sehen uns als Premiumprodukt Made in Germany und bieten maximalen Schutz für Mensch und Produkt.“ Forschung und Entwicklung hat seinen Preis. Ein Gerät kostet um die 10.000 bis 15.000 Euro, Isolatoren 40.000 Euro aufwärts.

Jede Sicherheitswerkbank wird auf Kundenwünsche zugeschnitten. „Sonderanfertigungen sind eine unserer Stärken“, so Hinrichs. So kann zum Beispiel ein Abfalleinschweißgerät integriert werden. Gefährliche chemische und biologische Abfälle können entsorgt werden, ohne den sicheren Arbeitsraum zu verlassen. Bei der neuen Generation von Sicherheitswerkbänken wurde zudem großen Wert auf niedrige Betriebskosten und umweltfreundliche Funktion gelegt. Eine Sensortechnik erkennt, wenn die Arbeit ruht. Die Maschine stellt sich ab. Zudem sollen die Geräte leise, optimal ausgeleuchtet und einfach zu reinigen sein.

Bevor eine solche Werkbank ausgeliefert wird, erfolgt ein umfangreicher Check. Zudem warten Servicetechniker einmal im Jahr die Geräte beim Kunden vor Ort. „Unsere Sicherheitswerkbänke halten länger als ein Auto“, sagt Hinrichs. In Italien, Schweiz, Dänemark und England ist Berner International am stärksten vertreten. Auch in Saudi-Arabien und Kuwait entwickelt sich der Gesundheitssektor rasant. 60 Prozent des Umsatzes macht Berner International aber in Deutschland. Pharmakonzerne wie Roche, Böhringer oder Sanofi, die Uniklinik Heidelberg, das UKE in Hamburg, die Sana Kliniken, das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg und die Ludwig-Maximilian-Universität in München gehören zu den Kunden. Dem Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems lieferte die Elmshorner Firma vor drei Jahren aufgrund einer gewonnenen Ausschreibung 100 Geräte.

Den Umsatz konnte das mittelständische Unternehmen stetig steigern. Während die Firma 2004 noch 3,6 Millionen Euro umsetzte, waren es 2014 bereits 9,4 Millionen Euro. Die Mitarbeiterzahl stieg im gleichen Zeitraum von 27 auf 76. Mittelfristig sollen zwei Niederlassungen im Ausland eröffnet werden. Die Vision für 2020: 20 Millionen Euro Umsatz und 100 Mitarbeiter. Da das Unternehmen schon jetzt aus allen Nähten platzt, soll an anderer Stelle in Elmshorn oder Umgebung neu gebaut werden. Dann sollen alle Abteilungen unter einem Dach vereint sein.

Zur Produktpalette gehören auch Isolatoren, Abfalleinschweißgeräte, persönliche Schutzausrüstung für Laborpersonal und Pandemie-Einsatzkräfte. „Wir möchten flexibel bleiben und haben unser Portfolio in den vergangenen Jahren stark ausgeweitet“, sagt Hinrichs. Zudem soll der Service wachsen. Einmalartikel wie Wischprobensets, Reinigungstücher und Entnahmekanülen werden dazugekauft oder veredelt. Schutzausrüstungen wie Overalls, Kittel, Armstulpen, Brillen, Atemschutzmasken oder Schutzhandschuhe werden in kundenspezifischen Kits verpackt und versendet. Künftig soll es einen Online-Shop geben. Eine neue Software soll Prozesse optimieren, damit die Bestellungen sofort im Lager ankommen. Das ist aus Platzmangel ins Industriegebiet ausgelagert.

Berner bietet zudem Seminare wie Sicherheitstrainings für Personal in Apotheken, Kliniken und Labors an. Eine Bildungsakademie soll unter dem Namen LEAC – Lab Excellence Academy – in Hamburg aufgebaut werden.