Pinneberg
Schulprojekt

Sexualkunde anno 2014: Schüler lernen ihre Gefühle kennen

Am Elsensee-Gymnasium Quickborn wird besondere Aufklärungsarbeit betrieben. In Kooperation mit der Beratungsstelle Wendepunkt wird Schülern bewusst gemacht, dass nur sie selbst über ihren Körper bestimmen.

Quickborn. Die Schüler des Elsensee-Gymnasiums sollen selbstbestimmt leben können und keine Angst vor sexuellen Übergriffen haben. Darum haben die zuständigen Lehrkräfte Jutta Blanck und Dorothea Brunke ein Präventionskonzept erarbeitet, das in allen drei siebten Klassen einen Übungstag zum Schutz vor sexuellem Missbrauch beinhaltet. Dazu werden an drei unterschiedlichen Workshop-Tagen die Klassen jeweils von den Sozialpädagogen der Beratungsstelle Wendepunkt geschult, die in Quickborn eine Außenstelle für Betroffene von sexueller Gewalt unterhalten.

„Wir machen das zum ersten Mal an unserer Schule“, sagt Präventionsbeauftragte Jutta Blanck. Fragen zu Pubertät, die mit körperlichen und seelischen Veränderungen der Schüler einhergehen und auch zu Konflikten in der Schule oder im Elternhaus führen könnten, seien wichtige Themen für viele junge Heranwachsende. Dabei möchte die Schule den Kindern gerne eine professionelle Hilfestellung geben, die die erfahrenen Wendepunkt-Mitarbeiter leisten könnten.

Der Wendepunkt befasst sich seit rund zwei Jahrzehnten im Kreis Pinneberg mit dieser Thematik, betonen die Pädagoginnen Juliette Hackstein und Sibel Ugur, die die Präventions-Workshops unter dem Titel „Und plötzlich ist alles anders“ an der Schule leiten werden. Da gehe es vor allem auch um die Gefühle der Schüler bei sexuellen Fragen, wem sie sich bei solchen Fragen anvertrauen mögen und welche Geheimnisse sie dabei lieber mit sich allein herumtragen würden. „Trau deinen Gefühlen“, sei eine ganz wichtige Botschaft, die sie den Siebtklässlern auf den Weg geben möchten, erklärt Sibel Ugur. „Vor allem wollen wir den Mädchen und Jungen einschärfen: Dein Körper ist einmalig“, betont Juliette Hackstein. „Nur du allein darfst bestimmen, wer ihn anfassen oder nicht anfassen darf. Neinsagen ist immer erlaubt.“

Um diese Themen richtig zu vermitteln, würden die Schüler nach einer Vorstellungsrunde, ersten Fragen zu Sexualität und Sprache und der Erstellung eines Gefühlsbarometers in Jungen- und Mädchen-Gruppen aufgeteilt, um in Ruhe und unter sich bestimmte Themen wie Menstruation zu besprechen, erläutert Dozentin Hackstein. Zum Abschluss werde dann in der Klasse das Thema ausgewertet. „Unser Ziel ist es, das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken“, erklären die Fachfrauen. Alles würde vertraulich behandelt, darum nähmen auch die Klassenlehrerinnen nicht an den Workshops teil. Es sei denn, es fiele ihnen etwas am Verhalten der Schüler auf, was sie weitermelden müssten. Dann würden die Betroffenen aber darüber informiert.