Quickborn

Das Kinderhilfswerk ist Quickborns soziale Ader

700.000 Euro in 26 Jahren für bedürftige Kinder. 6000 Lose und 2400 Gewinne wieder auf dem Weihnachtsmarkt am 7. Dezember

Quickborn. Etwa 700.000 Euro hat das Quickborner Kinderhilfswerk in 26 Jahren an bedürftige Kinder ausgeschüttet sowie für Suchthilfe und Opferberatung aufgewendet. „In Schleswig-Holstein dürfte diese Arbeit einmalig sein“, sagt Vorsitzender Richard Janssen, der den Verein mit dem damaligen Bürgermeister Gert Willner und der Bundesliga-Ikone Felix Magath, der lange in Quickborn lebte und heute noch dem Verein angehört, gegründet hat. „Auch im kommenden Jahr werden wir wieder 30.000 Euro für Kinder ausgeben, die es dringend nötig haben, weil ihre Familien in Not geraten sind.“

In einer wohlhabenden Stadt wie Quickborn, deren Bevölkerung eine der höchsten Kaufkraft-Anteile in der Region hat, falle das Elend besonders auf. Es gibt seit einiger Zeit ein Tafel-Angebot, wo sich bedürftige Quickborner kostenlos mit Lebensmitteln eindecken können, das rege in Anspruch genommen wird. „Armut wird hier oft übersehen“, weiß Janssen. Er sehe Menschen, die Papierkörbe nach Essbarem durchwühlten.

Es gebe Familien mit Suchtproblemen, worunter vor allem Kinder litten. „Da müssen wir eingreifen. Diese Kinder darf man nicht allein lassen.“

Der Vorstand des Kinderhilfswerks habe jetzt wieder das Budget für 2014 festgelegt, das 24.000 Euro fest verplane. So bekommt der Wendepunkt, die Hilfsorganisation bei sexuellem Missbrauch an Kindern, die eine Beratungsstelle in Quickborn unterhält, wieder 9000 Euro. 3000 Euro sollen für die seelische Aufarbeitung von häuslicher Gewalt ausgegeben werden. „Seit 1987 haben wir den Wendepunkt mit 250.000 Euro unterstützt“, sagt er.

7000 Euro gehen an die ATS-Suchtberatung der Diakonie, die vor allem Prävention in Kindergärten und Schulen betreibt. Einen steigenden Anteil mache dabei die Mediensucht aus, die ganze Familien treffe, sagt Janssen. Mit 6000 Euro werden jährlich 50 Kinder, deren Familien es sich sonst nicht leisten könnten, mit Nachhilfe unterstützt. „Der Bedarf wächst extrem. Das System der Bildungsgutscheine funktioniert nicht. Darum haben wir diesen Betrag um 2000 Euro aufgestockt.“

Darüber hinaus helfe sein Verein bei vielen Notfällen. Zum Beispiel wenn der Ernährer plötzlich stirbt, eine Klassenfahrt nicht bezahlt werden kann oder ein letzter Wunsch vor dem Tod erfüllt werden soll. „Wir helfen immer absolut unbürokratisch“, sagt Janssen und wundert sich, welche demütigenden Offenbarungseide diese armen Menschen teilweise auf sich nehmen. „Ich sage ihnen immer: ‚Wir kriegen das hin.‘“ Bislang habe dies immer geklappt. Mitte Dezember richtet der Verein wieder eine Weihnachtsfeier für 50 Kinder aus, die dann ihr einziges Geschenk in diesem Jahr bekommen.

Damit dieses System der schnellen Hilfe für Kinder in Not auch funktioniert, ist das Kinderhilfswerk auf viele private Spenden angewiesen. Wichtigste Einzelspende ist der Losverkauf auf dem Weihnachtsmarkt des Eulenrings am Sonnabend, 7. Dezember, an der Marienkirche. 6000 Lose werden da für jeweils einen Euro verkauft, 2400 gestiftete Gewinne ausgeschüttet und der Erlös dem Kinderhilfswerk gespendet. Die Hauptpreise sind dieses Jahr ein Fahrrad, ein Flachbildschirm und ein Smartphone.