Kommentar

Schluss mit den Querelen

Die Lebenshilfe Schenefeld war einst ein Vorreiter in Sachen Integration.

Heute, wo es schon nicht mehr Integration sondern Inklusion heißt, gibt es eine Vielzahl an Problemen und Themen, mit denen sich Einrichtungen wie die Lebenshilfe befassen sollten. Zum Beispiel: Wie können Menschen mit Behinderung im Alter leben? Oder: wie gewährleistet man angesichts klammer Kassen trotzdem eine gute Betreuung, sei es in der Wohngruppe oder am Arbeitsplatz?

Umso schlimmer ist es, dass die Schenefelder Lebenshilfe, die mit 700 Mitgliedern zu einem der größten Verbände in Schleswig-Holstein zählt und mit 300 Mitarbeitern auch einer der größten Arbeitgeber in Schenefeld ist, seit Monaten nur mit sich selbst beschäftigt ist. Wie rettet man die von der Insolvenz betroffene Arbeitsstätte für Menschen mit Behinderung? Rettet man sie überhaupt? Befürworter und Kritiker gab es innerhalb und außerhalb des Vereins.

Unfassbar, was sich für Machtkämpfe innerhalb der Schenefelder Lebenshilfe und auch zwischen Institutionen mit doch gleicher Aufgabe und gleichem Ziel abspielten.

Doch wichtig ist jetzt nur noch, einen Schlussstrich unter alle Querelen zu ziehen und gemeinsam den jetzt beschlossenen Weg zu gehen. Das haben die betroffenen Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen nach dem Wechselbad der Gefühle wirklich verdient. Dann ist auch wieder Zeit und Kraft da, die drängenden Inklusionsthemen anzugehen.