Kommentar

Beliebt und der Politik sehr nah

In Barmstedt ist jetzt mit dem Abtritt von Nils Hammermann als Bürgermeister eine Ära zu Ende gegangen. Da hat der langjährige Erste Stadtrat Michael Schönfelder sicher Recht.

Hammermanns Leistungsbilanz kann sich sehen lassen. Mit 19 Jahren Amtszeit ist er nun der Bürgermeister mit der drittlängsten Verweildauer in der Geschichte der Stadt. Nur Johann Rode und Hans Greve, die Anfang des 20. Jahrhunderts amtierten, waren länger an der Spitze des Rathauses.

Die parteiübergreifenden Lobeshymnen auf sein Schaffen für die Stadt Barmstedt zeigen, dass Hammermann bei den Politikern sehr beliebt war. Er war verbindlich, kooperativ, sympathisch, zielorientiert, hatte für jeden ein offenes Wort und stellte seine eigene Person nie in den Vordergrund, wie Ortwin Schmidt treffend sagte.

Bei den Bürgern kam diese Nähe zur Politik nicht immer gut an. Der Stammtisch zum Alten Magistrat, in dem sich Hammermann regelmäßig mit den wichtigsten Politikern traf, ließ sie an Klüngel denken. Entsprechend kontrovers verlief die Bürgermeisterwahl 2006, die ein Jahr später wegen Unregelmäßigkeiten wiederholt werden musste. Auch der Vorwurf der Korruption stand im Raum, das Verfahren wurde eingestellt. Hammermann mag daran keinen Anteil gehabt haben. Seine politischen Freunde schon eher. Insofern werden nun mit der ortsfremden Bürgermeisterin Heike Döpke für alle Barmstedter die Karten neu gemischt. Das verspricht frischen Wind - auch für die Politik.