Kommentar

Demokratie auf solidem Fundament

Das Wahlspektakel ist vorbei. Nur in Barmstedt sind die Wähler noch mal aufgerufen, in drei Wochen ihren Bürgermeister zu wählen. In allen acht Städten und 41 Gemeinden sowie dem Kreistag sind die Kommunalparlamente gewählt. Überall gibt es Wahlgewinner und -verlierer. Der größte Gewinn für alle und das demokratische Miteinander ist sicherlich, dass die Neonazi-Partei weder in den Kreistag noch in die Uetersener Ratsversammlung gewählt wurde. Zwischen 0,0 Prozent in Langeln und 2,9 Prozent in Seeth-Ekholt konnte die menschenverachtende Ideologie der NPD in Wählerstimmen umsetzen. Das waren 1105 Stimmen oder 1,0 Prozent auf Kreisebene. Ein Beleg dafür, dass die demokratischen Verhältnisse auf kommunaler Ebene auf einem soliden Fundament stehen. Die Bürger wollen offenbar zu 99 Prozent lieber bunte als braune politische Vertreter haben.

Bleibt als Wermutstropfen die Wahlbeteiligung. Mit 45,5 Prozent auf Kreisebene ist sie zwar um 0,1 Punkte im Vergleich zu 2008 gestiegen. Doch beteiligten sich 135.000 Wahlberechtigte nicht an der Wahl. Das hat viele Gründe, ist aber langfristig bedenklich. Nur wenn sich genügend Menschen finden, die sich ehrenamtlich für die Gemeinden engagieren, kann unser Selbstverwaltungssystem funktionieren. Es lebt von Menschen, die wählen und gewählt werden.