Kommunalwahl

250.000 Menschen im Kreis Pinneberg haben die Wahl

Mehr Bürger denn je können bei der Kommunalwahl im Kreisgebiet abstimmen. Bis auf Die Linke treten von den im Kreistag vertretenen Parteien und Wählergruppen alle mit bewährten Kräften an der Spitze an.

Kreis Pinneberg. Nichts ist so beständig wie der politische Wechsel im Kreis Pinneberg. Meist orientierten sich die Mehrheitsverhältnisse an denen, die fürs ganze Land galten. So bestimmte seit 2008 wie im Bund eine schwarz-gelbe Koalition das Geschehen im Kreistag und was hier politisch für die 306.298 Bürger zu entscheiden ist. Davor herrschte fünf Jahre lang eine absolute Mehrheit der CDU im Kreistag. Von 1998 bis 2003 brachten SPD und Grüne wie in Berlin erstmals eine rot-grüne Mehrheit zusammen. Und davor gab es vier Jahre lang eine große Koalition aus CDU und SPD.

Ob dieses Wechselspiel nach dem 26. Mai fortgesetzt wird, entscheiden am Sonntag eine Viertelmillion Menschen. Noch nie zuvor gab es so viele Wahlberechtigte bei einer Wahl im Kreis Pinneberg. Genau sind es 248.942 wahlberechtigte Bürger, 7202 mehr als im Mai 2008. Seitdem ist der Kreis um 10.000 Bewohner gewachsen. Allerdings war die Wahlbeteiligung 2008 auf 45,4 Prozent gesunken. 2003 lag diese noch bei 52,1 Prozent, 1998 bei 62,2 und 1994 sogar bei 70,9 Prozent. Trotz des Bevölkerungswachstums, das die Zahl der Wahlberechtigten zwischen 1994 und 2008 um 30.000 ansteigen ließ, wählten 2008 mit 110.000 Menschen 40.000 Wähler weniger als 1994.

Dafür ist die Auswahl größer geworden. Der künftige Kreistag könnte noch bunter aussehen als der aktuelle. Und der war mit sechs Fraktionen - CDU, SPD, Grüne, FDP, Die Linke, KWGP - schon der vielseitigste aller Zeiten. Nun treten auch noch die Piraten und die NPD im Kreisgebiet sowie der SSW auf Helgoland bei der Kreiswahl an. Da sämtliche Überhangmandate ausgeglichen werden, könnte die Zahl der Abgeordneten erneut über die vorgesehene Anzahl von 49 steigen. Zuletzt waren es 58 Abgeordnete.

Bis auf Die Linke treten von den im Kreistag vertretenen Parteien und Wählergruppen alle mit bewährten Kräften an der Spitze an. Die CDU (zurzeit 24 Sitze) schickt Fraktionschefin Heike Beukelmann, 53, ins Rennen. Die Wedeler Kunsthistorikerin kandidiert im Wahlkreis Hörnerkirchen-Rantzau. Zudem steht sie auf Listenplatz 1, sodass sich das Malheur von 2008, als mit Michael Hirsekorn der amtierende Fraktionschef nicht in den Kreistag gewählt wurde, nicht wiederholen kann.

Die SPD (16 Sitze) geht mit Fraktionschef Hannes Birke, 74, ins Rennen. Der Elmshorner Fachoberlehrer im Ruhestand gehört dem Kreistag seit fast 40 Jahren an. Beinahe ebenso lang ist der pensionierte Studiendirektor Klaus G. Bremer, 72, dabei, der die Liste der FDP (6 Sitze) anführt. Die Grünen (7 Sitze) haben die Elmshorner Kommunikationswirtin Susanne von Soden, 56, auf Platz 1 gewählt. Die KWGP (2 Sitze) tritt mit Unternehmer Burghard Schalhorn, 72, an. Die Linke (3 Sitze) setzt auf die Wedeler Fachinformatikerin Astrid Sawatzky, 46, die Piraten auf den Angestellten Sven Lange, 51, aus Pinneberg, die NPD auf Großhandelskaufmann Stefan Koch, 47, aus Rellingen und der SSW auf Pensionär Peter Krüß, 64.